Neujahrbotschaft: Verkehrspolitik muss sich an den Klimazielen orientieren

Zielnetz 025+ muss bis 2050 fortgeschrieben werden – auch in Ballungsräumen

  • Einheitliches Ticketing-System statt Tarif-Dschungel einführen
  • IntegralernTaktfahrplan für alle Bahnen und Busse umsetzen
  • Weiterführung der Elektrifizierung von Bahnstrecken

Neujahrs-Botschaft der überpartlichen Fahrgastvertretung probahn:

  • Verkehrspolitik muss sich an den Klimazielen orientieren
  • Integralen Österreich-Takt auf allen Bahn- und Buslinien einführen
  • Ein österreichweites Ticketing-System statt Tarif-Dschungel der Verkehrsverbünde
  • Infrastruktur-Zielnetz 2025+ bis 2050 fortschreiben – auch in Ballungsräumen

Die überparteiliche Fahrgastvertretung probahn ÖSTERREICH appelliert an die neue Bundesregierung, insbesondere an den Verkehrsminister, mit einer Innovations- und Technologie-Initiative mit Augenmaß ins Jahr 2019 zu starten. Die anstehenden Verkehrslösungen liegen auf der Hand und können rasch umgesetzt werden:

Personenverkehr

Aufstellung eines österreichweiten integralen Taktfahrplansfür Bahn und Bus auf Basis einer einheitlichen Mindestbedienqualität (analog der Schweiz), die auf einer Chancengleichheit für alle Bundesländer basiert.

Einführung eines Ticketing-Systemsfür ein einheitliches Österreich-Ticket für alle Bahn- und Buslinien. Die unterschiedlichen Tarife in den einzelnen Bundesländer sind zu einem einheitlichen Verkehrsverbund-Tarif zusammenzuführen. Der Tarifdschungel muss beendet werden.

Bezüglich Ticketing wäre ein erster bescheidener Schritt, dass alle Vorteils-Cards zumindest in ÖBB-Postbussen und Bussen von Vertragspartnern anerkannt werden. Handy-Apps wie z.B. FAIRTIQ sind Erfolg versprechende Wege, die nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Vorarlberg umgesetzt sind. Andere Bundesländer wollen folgen. Alle Bahn- und Busfahrten werden per App erfasst und online verrechnet. Das bereits in einigen Bundesländern eingeführte Senioren-Jahresticket zeigt den Weg in die Zukunft, um mehr Fahrgäste zu gewinnen. Positive Beispiele sind Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Wien. Auch positive Erfahrungen mit Jugend-Tickets motivieren, an einheitlichen Netzkarten für alle Altersgruppen intensiv weiterzuarbeiten. Jugendliche sind die Fahrgäste der Zukunft!

Weiterführung der Elektrifizierung von Bahnstrecken und Erprobung von neuen Antriebstechnologien

Infrastruktur-Rückbau im Güterverkehr stoppen und Technologie-Offensive forcieren

Im Schienenverkehr bestehen erheblich Rationalisierungspotenziale durch automatische Kupplungen, automatisches Verschieben mit selbstfahrenden Loks (das gibt es schon im Magna-Werk Albersdorf bei Gleisdorf), Loks mit Hilfsantrieben (Akkus oder Diesel) für die letzten Meter ohne Fahrdraht – und automatisch fahrende Züge, z.B. in den langen Alpentunnels. Die Einrichtung des Open-Rail-Labs zwischen Oberwart und Friedberg ist zukunftsweisend.

Finanzierungs-Dschungel beseitigen

Die Finanzierung des Öffentlichen Verkehrs müsste klarer und einfacher geregelt sowie langfristig gesichert sein, um bundesweit verbindliche Mindest-Versorgungs-Standards zu erreichen. Bei der Finanzierung sollte das Thema Ballungsräume berücksichtigt werden – weg von den aktuellen eigenartigen Regeln (nur Förderung für U-Bahn, aber nicht für Straßenbahn, etc.) hin zu einer die Stadtgrenzen überschreitenden Ballungsraum-Finanzierung (vgl. Agglo-Fonds Schweiz).

Verkehrspolitik muss sich an den Klimazielen orientieren

Voraussetzung ist die Ökologisierung des Steuersystems.

Fortschreibung des Zielnetzes 2025+ bis 2050.

Das Zielnetz 2025+ ist weitgehend abgearbeitet. Das künftige Zielnetz muss auch die Ballungsräume erfassen, um die Kapazitätserweiterungen zu bewältigen. Es ist zu erwarten, dass die Fahrgastströme deutlich ansteigen werden.

Für probahn ÖSTERREICH

Peter Haibach

Sprecher

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