Österreichs Politiker*innen feiern gemeinsam mit ÖBB-Chef Andreas Matthä, dass der zwei Mal wöchentlich der Nightjet von Wien-Linz-Innsbruck nach Brüssel fährt. Bahnfahren muss billiger, Flugreisen teurer werden. Foto: ÖBB/Andras Scheiblecker ÖBBÖBB/ Andreas ScheibleckerAndreas Scheiblecker

Laudamotion – Ryanair legt unverschämtes Niedriglohn-Angebot

Ryanair ist eine hochprofitable Fluglinie, deren Gewinne in den letzten Jahren stets knapp unter einer Milliarde Euro lagen. Diese Art von Lohndrücken wäre also gar nicht notwendig, zumal es auch das staatlich subventionierte Instrument der Kurzarbeit gibt. Genauso wenig ist es notwendig, Flüge von Salzburg nach Mallorca ab 36 Euro anzubieten, wie es dieser Billigflieger derzeit tut.

Die Bundesregierung muss standhaft bleiben und die Anliegen der Gewerkschaft vida unterstützen, das Verhalten der Wirtschaftskammer ist unangemessen. Unbegreiflich, dass auch Neos-Chefin Meinl-Reisinger sich in den Chor des Lohndrückens einreiht (lt Standard 30.5.2020)
In Krisenzeiten sind Menschen zu finden, die auch zu sehr schlechten Arbeitsbedingungen und geringeren Gehältern bereit sind, diese Arbeit anzunehmen; speziell, wenn es kaum alternative Arbeitsmöglichkeiten gibt. Dass Ryanair diese Notsituation ihrer Beschäftigen zum weiteren Lohn- und Sozialdumping ausnutzt, ist hochgradig unanständig. Darüber hinaus setzt sie damit seriöse Fluglinien – wie beispielsweise die Austrian Airlines – unter Druck, auch dort weiter an der Gehaltsschraube zu drehen. Zudem schwächt es die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn, die ihren Beschäftigten in der Regel faire Arbeitsbedingungen bietet. Das ist auch für den Klimaschutz kontraproduktiv.

probahn ÖSTERREICH fordert von der Bundesregierung, künftig nur Maßnahmen zu ergreifen, die der Klimakrise Einhalt gebieten. Was es jetzt wirklich braucht, ist die Kostenwahrheit im Flugverkehr. Das beinhaltet eine spürbar höhere Flugticketabgabe, Besteuerung von Kerosin und bessere Arbeitsbedingungen. Konkret wäre ein bindender Branchen-Kollektivvertrag für den Flugbereich überfällig.

Für probahn ÖSTERREICH
Peter Haibach
Sprecher

Fototext: Österreichs Politiker*innen feiern gemeinsam mit ÖBB-Chef Andreas Matthä, dass der zwei Mal wöchentlich der Nightjet von Wien-Linz-Innsbruck nach Brüssel fährt. Bahnfahren muss billiger, Flugreisen teurer werden. Foto: ÖBB/Andras Scheiblecker ÖBBÖBB