Finanzministerium gefährdet Pendler-Bahnverkehr Salzburg – Wien

Fototext: ÖBB und Verkehrsminsterium blicken in die Zukunft – mit Verkehrsministerin Leonore Gewessler und ÖBB-Bahnchef Anlass Matthä
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Ein Schildbürgerstreich ist  die Blockade des Finanzministeriums, die zu einer Reduktion des Bahnverkehrs auf der Weststrecke Wien – Salzburg  führen wird. „Genau dann, wenn durch die Lockdown-Lockerung wieder mehr Pendelnde  und andere Fahrgäste unterwegs sind, soll das Zugangebot halbiert werden.“

Zur Erinnerung: Um den Bahnverkehr zwischen Wien und Salzburg uneingeschränkt aufrecht zu erhalten, erhielten ÖBB und Westbahn AG im November mittels Notvergabe durch das Verkehrsministerium eine Unterstützung in Höhe von 45 Millionen Euro. Diese galt bis Anfang Februar. Eine Verlängerung der Notvergabe ist noch nicht erfolgt, da die notwendige Zustimmung aus dem Finanzministerium ausgeblieben ist. Bleibt die dringend notwendige Verlängerung aus, werden die ÖBB und die Westbahn AG ab kommender Woche viele Zugverbindungen zwischen Wien und Salzburg aus wirtschaftlichen Gründen streichen müssen. Das hat Konsequenzen für Fahrgäste und Zugpersonal.

Speziell bei Pendelnden ergibt sich durch diese Regierungspolitik eine beträchtliche soziale Schieflage: So sind es eher die gut situierten Beschäftigten, die im Homeoffice arbeiten können, somit ihr Auto in der Garage lassen, aber trotzdem weiterhin das Pendlerpauschale geltend machen können.

Auf der anderen Seite sind aber ab heute wieder zahlreiche Verkäufer*Innen; Friseur*innen und Schüler*innen unterwegs und sehen sich einem reduzierten Verkehrsangebot gegenüber. „Diese Menschen haben sich einen dichten Fahrplan verdient. Es wäre fatal, in Zeiten der Klimakrise dem Auto das Feld überlassen sollte. Es wäre fatal, dass es für Beschäftigte, die nur an wenigen Tage zu ihrer Arbeitsstätte fahren, keine maßgeschneiderten Fahrkarten gibt. „Wochen- oder Monatskarten zahlen sich für diese Menschen nicht aus. Viele steigen auf teurere Einzelfahrkarten oder gar auf das Auto um,“ gibt Peter Haibach, probahn ÖSTERREICH, zu bedenken.

Für probahn ÖSTERREICH

Mag. Peter Haibach
Sprecher probahn ÖSTERREICH

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