Medienberichte /
Presseaussendungen
zum Thema Ybbstalbahn
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Artikel zum Thema
Ybbstalbahn stoßen, der
hier nicht
veröffentlicht wurde,
wären wir Ihnen sehr
dankbar für einen kurzen
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webmaster@probahn.at
Wertvolles Know-how: Die
ÖBB-Pensionisten sanierten den Damm
fachmännisch; Foto: Alfred Reiter
Unglaublich! Eine Gruppe von
Bahnliebhabern und Pensionisten hat
geschafft, woran Verhandlungsteams von
Bund, Land und ÖBB bis zuletzt
scheiterten. Für Mittwoch hatten die
Rebellen von „Pro Bahn“ aufgerufen, die
zerstörte Strecke bei Ybbsitz (Bez.
Scheibbs) selbst zu reparieren. Gestern
noch kündigte die ÖBB an, die Arbeiten
nicht zu gestatten („Heute“ berichtete).
Doch es kam alles ganz anders. Unter
Anleitung mehrerer ÖBB-Pensionisten ging
der Bautrupp ans Werk, sanierte den
Damm, tauschte eine Schwelle. Nun lenken
auch die ÖBB ein. Christopher Seif: „Wir
werden den Rest der Strecke selbst
sanieren, in 14 Tagen soll die Bahn
wieder fahren!“
Der beherzte Kampf gegen die Stilllegung
der Ybbstalbahn im Mostviertel ist um
eine weitere, skurrile Facette reicher:
Seit Jahren investieren die ÖBB nur mehr
das Notwendigste in die Trasse, der
Verfall der Strecke schreitet voran. Nun
hat die Bürgerinitiative „Pro Bahn“
angekündigt, die Schäden in Eigenregie
zu beheben.
Weil ÖBB und Bund nichts in die Strecke
investieren, wollen Pendler nun Schäden
selbst reparieren; Foto: Wikipedia
Der Schlüssel in der Auseinandersetzung
um den Erhalt der Nebenbahnen hat einen
Namen: Im „Vertrag von Gösing“ haben
sich der Bund und die ÖBB verpflichtet,
die Strecken der Nebenbahnen in
Niederösterreich auf eigene Kosten in
Schuss zu bringen. Deshalb leistet das
Land einen namhaften Beitrag zum Betrieb
der Linien. Und genau ersterer Teil der
Vereinbarung wird von Bund und ÖBB nicht
eingehalten, kritisiert nun die
Initiative „Pro Bahn“. Die Strecke der
Ybbstalbahn etwa ist seit Jahren
desolat, anstatt des möglichen Tempo 60
müssen Züge Kilometerweit aus
Sicherheitsgründen mit Tempo 10
dahinzuckeln. Das verlängert die
Fahrzeit und macht die Bahn unattraktiv,
was zur Einstellung führt. Diesen
Teufelskreis will die Bürgerinitiative
nun mit einer ungewöhnlichen
Selbsthilfe-Maßnahme bekämpfen. Als Akt
kollektiver Notwehr haben die Retter
angekündigt, die Sanierungsarbeiten nun
selbst in die Hand zu nehmen. Noch diese
Woche soll mit kleineren Arbeiten
begonnen werden.
Auch die Verhandlungen zur Übernahme der
Mariazellerbahn durch das Land stocken.
Insider rechnen mit einer Lösung
frühestens im Herbst.
Nachdem die ÖBB nach Meinung der
Initiative "Probahn" die Sanierung der
Hochwasserschäden auf der Ybbstalbahn
verweigert, greifen Fahrgäste und Bürger
nun zur Selbsthilfe.
In der
kommenden Woche wollen sie die
Streckensanierung in Angriff nehmen. Die
Kosten dafür solle der Bund
tragen, so der Verein in einer
Aussendung am Sonntag.
Laut "Probahn", die für den Erhalt der
Bahnstrecke eintreten, sei der Bund seit
Jahren vertragsbrüchig, was die
Instandhaltung der Bahnstrecke
Waidhofen-Ybbsitz bzw. Waidhofen-Lunz
angeht. Eine diesbezügliche
Sachverhaltsdarstellung habe man bereits
an die Oberste Eisenbahnbehörde
geschickt. An der Misere sind laut dem
Verein auch die ÖBB beteiligt, die ihre
Sorgfaltspflicht verletze und so die
Ausschreibung der Ybbstalbahn zu
torpedieren versuche.
ÖBB: Fahrgäste müssen für weniger
Qualität mehr zahlen
ÖBB: Mit Fahrgastvertreibung aus der
Krise? Trotz aller Proteste ist es fix: Mit
1 Juli wird Bahnfahren schon wieder
teurer. Verkehrsministerin Doris Bures
und die ÖBB wollen, dass die Fahrgäste
um durchschnittlich fünf Prozent mehr
für Bahntickets zahlen. Eine Jahreskarte
zwischen Wiener Neustadt und Wien wird
damit um mindestens 45 Euro teurer. Das
ist bereits die 17. Preiserhöhung in der
Ostregion seit 1991! Ein Schlag ins
Gesicht vor allem für die, die ohnehin
stark unter der Wirtschaftskrise leiden:
Gerade Menschen mit niedrigen Einkommen,
Frauen, Jugendliche und Ältere sind
besonders auf öffentliche Verkehrsmittel
angewiesen. Bei Stammkunden, die als
Fernpendler oft auch „Zwangskunden“
sind, wurde bei den Zeitkarten-Tarife
schon in den vergangenen Jahren
wiederholt überproportional abkassiert –
Verteuerungen bis zum Doppelten der
Inflationsrate vertreiben immer mehr
Menschen aus den Zügen auf die Straße.
Das ist sozialpolitisch völlig verkehrt
und widerspricht auch allen
Regierungszielen bei Verkehrssicherheit,
Klimaschutz oder Energieeffizienz.
Manager kassieren, Fahrgäste werden
zur Kasse gebeten?! Die Krise der ÖBB wird mit diesem
Abkassieren bei den Fahrgästen bestimmt
nicht gelöst. Die Grünen haben diese
unsoziale Tariferhöhung daher vom Beginn
weg scharf kritisiert. Umsomehr, als das
ÖBB-Geld offenbar nicht überall so knapp
ist. Gescheiterten ÖBB-Managern werden
Millionen an Abfertigungen, Abschlags-
und Bonuszahlungen nachgeworfen - obwohl
sie 613 Millionen Euro verspekuliert und
im Jahr 2008 eine Milliarde Euro Verlust
zu verantworten haben. Die Bahn-Manager
kassieren, die Bahnkunden werden zur
Kasse gebeten? Eine verkehrte Welt.
Missstände endlich abstellen: Bahn
ist mehr als ein Bau- und
Finanzierungs-Karussell Die ÖBB sind in großen finanziellen
Schwierigkeiten. Aufgrund vieler
Missstände: überhöhte Ausgaben für
Berater, komplizierte Strukturen mit
vielen Doppelgleisigkeiten,
überdimensionierte Holding, zuviele
Großzügigkeiten für zuviele ManagerInnen.
Und aufgrund von Großprojekten mit
zweifelhaftem Nutzen wie dem
Brennerbasistunnel, die für das
eingesetzte Geld vor allem Maschinen,
jedoch besonders wenig Menschen
beschäftigen. Das Management und die
Regierung mit SPÖ-Verkehrsministerin
Bures und ÖVP-Finanzminister Pröll an
der Spitze sehen die ÖBB vor allem als
Bau-Maschinerie und
Immobilien-Versilberungs-Unternehmen.
Das Kerngeschäft gerade in Zeiten von
Wirtschafts- und Klimakrise - mehr und
bessere Bus- und Bahnverbindungen zu
zumutbaren Kosten - bleibt dabei täglich
auf der Strecke.
Grüne und tausende BürgerInnen
fordern von BM Bures Rückbesinnung aufs
ÖBB-Kerngeschäft: Leistbare, bessere
Öffis für Mensch, Umwelt und Klima Dabei leiden Bahn-PendlerInnen
täglich unter Unpünktlichkeit und
verpassten Anschlüssen. Sie nun auch
noch mit einer Tariferhöhung für
Fehlleistungen von Management und
Politik zur Kasse zu bitten ist
skandalös. So darf es nicht weitergehen!
Mehr und bessere Bahn- und
Busverbindungen im Nahverkehr, einen
Taktfahrplan fürs ganze Land, und
Tarif-Innovationen wie das jahrelang
angekündigte „Österreich-Ticket“ oder
eine Halbpreiskarte für alle Öffis wie
in der Schweiz wären der richtige Weg –
hier darf nicht länger politische
Funkstille herrschen. Diese Forderungen
haben in den letzten Wochen tausende
BürgerInnen mit ihrer Unterschrift unter
der Grünen Petition „Nein zu
ÖBB-Tariferhöhungen! Ja zu mehr Qualität
im Nahverkehr!“ bekräftigt. Dass Doris
Bures dennoch unbeirrt an der
Verteuerung der Öffis per 1.7.2009
festhält, ist empörend und beweist, dass
es mit dem sozialen Gewissen der
SPÖ-Spitze nicht weit her ist, sondern
die Bau- und Finanzlobby das Regiment
übernommen hat.
Regierung und ÖBB-Management planen
weitere Anschläge auf ÖBB-Kunden Mit dem „Aussackeln“ der Fahrgäste
und besonders der PendlerInnen ist es
nicht genug. BM Bures plant zusammen mit
ihren RegierungskollegInnen von SPÖ und
ÖVP und mit dem ÖBB-Management weitere
Anschläge auf Fahrgäste und
SteuerzahlerInnen:
Regionalbahnen und nun auch schon
Hauptstrecken akut vom Zusperren
bedroht:
Während die Tarife im Personenverkehr
kräftig erhöht werden, wird das
Zugsangebot zusammengestrichen. Neben
Regionalbahnen wie der Ybbstalbahn
stehen nun auch schon Hauptstrecken des
B-Netzes vor dem Zusperren. Der Grund:
Im Rahmen der jüngsten Einspar-Pläne der
ÖBB-Spitze für 2009 im Umfang von über
200 Mio Euro sollen noch heuer allein
durch Einstellung von Schienenstrecken
40 Mio lukriert bzw. eingespart werden.
Das ist das Doppelte des bisher im
Bereich Regionalbahnen anvisierten - und
weithin für völlig unrealistisch
eingestuften! – Einspar-Volumens! Mit
der Gesäusebahn liegt bereits das erste
Zusperr-Projekt auf dem Tisch. Trotz der
herausragenden touristischen Potenziale
soll hier bereits mit 1. September der
Personenverkehr eingestellt werden.
Dabei muss die Strecke für den
Güterverkehr ohnehin unumgänglich
weiterbetrieben werden; der
Einsparungseffekt bleibt also selbst
dann, wenn soviel Kosten wie möglich
künstlich dem Personenverkehr
zugeschoben werden, lächerlich gering.
Konkret geben die ÖBB für
Manager-Ablösen und Bonuszahlungen pro
Jahr weit mehr aus als hier maximal
eingespart werden könnte. Die Grünen
werden diesen offenbar von den
Regierungsparteien SPÖ und ÖVP
gutgeheißenen Plänen massiv
entgegentreten, regional ebenso wie im
Bund. Ein erster Antrag steht bereits
heute im Grazer Landtag zur Diskussion.
Aktives Herunterwirtschaften von
Strecken mit dem Ziel der Stillegung
zwecks Einsparung: Auf anderen Strecken – zB in der
Wachau, oder auf der Mariazellerbahn –
lassen ÖBB und Regierung dem
gesetzlichen Auftrag zum Trotz die
Strecken verlottern. So wird der
beabsichtigten Stillegung gezielt und
mutwillig Vorschub geleistet: Zuerst
entstehen unzählige baulich bedingte
Langsamfahrstellen, dadurch wird jeder
Fahrplan gesprengt, Anschlüsse gehen für
die Pendler und übrigen Fahrgäste
verloren, bis viele von ihnen entnervt
auf die Straße wechseln. Und die
fehlenden Einnahmen und Fahrgäste sind
dann der Vorwand fürs Zusperren. Ein
unwürdiges Spiel, bei dem die Regierung
tatenlos zuschaut. Wer schweigt oder
wegschaut, macht sich aber mitschuldig
am Niedergang der Bahn in der Fläche!
Zudem gehen damit der Schiene auch auf
den Hauptstrecken Fahrgäste und
Güterkunden verloren – wer zB die Wachau
oder Wanderziele nicht mehr vernünftig
mit der Bahn bereisen kann, fährt gleich
mit dem Auto hin. Ob also für die vom
Sparwahn besessenen Verantwortlichen
unter dem Strich überhaupt eine
Einsparung herausschaut oder nicht
umgekehrt entgangene Einnahmen anfallen,
die diese übertreffen, ist höchst
fraglich.
Kundenvertreibung nun auch im
Güterverkehr: Nun sollen auch noch die ÖBB-Tarife
im Gütertransport massiv erhöht werden.
Mit saftigen Anhebungen von rund 15% bei
zugleich stagnierenden Kosten auf der
Straße wird statt der politisch stets
beschworenen Verlagerung von der Straße
auf die Schiene das genaue Gegenteil
provoziert. Damit geht weitere
verkehrspolitische Glaubwürdigkeit
verloren – genau in einer Zeit, wo diese
auf EU-Ebene wegen laufender Verfahren
und anstehender grundsätzlicher
Weichenstellungen bei Kostenwahrheit und
künftiger EU-Verkehrspolitik besonders
dringend nötig wäre.
ÖBB-Geheimpapier spricht von weiteren
Einsparungen und wirft Fragen auf Ein aktuelles Geheimpapier aus
ÖBB-Managementkreisen macht klar, dass
die ÖBB die Krise generell vorrangig auf
dem Rücken des – in den letzten Jahren
ohnedies bereits ausgehungerten -
laufenden Betriebs und damit letztlich
der Angebotsqualität für die Fahrgäste
bewältigen wollen.
Mit sogenannten „Quick Wins“ sollen
trotz der „Krise am Markt“ „positive
Ergebnisse“ als „neue Ziele“ erreicht
werden. Die ÖBB-Kunden werden hier aber
mit Sicherheit nicht zu den „schnellen
Gewinnern“ gehören. Denn als Stellhebel
wurden von den Beratern in ihrer Arbeit
für den „Infrastruktur Cercle“ der ÖBB
unter anderem der Einkauf und die
Instandhaltung angeführt. Speziell bei
der Instandhaltung zu sparen
beeinträchtigt unmittelbar die
Zuverlässigkeit der Strecken und des
Rollenden Materials und geht damit
direkt zulasten der ÖBB-Kunden. Die
Grünen bewerten diese Pläne daher höchst
kritisch. Die Krise muss auf Kosten
ihrer Verursacher und nicht auf Kosten
der kleinen Bediensteten und der
Fahrgäste bewältigt werden.
Zudem drängen sich anhand der
Ausführungen im Geheimpapier einige
Fragen auf:
-> Wie kann es sein, dass es
ausgerechnet beim Einkauf, der vom
heftig umstrittenen und auch im
Zusammenhang mit dem (noch) geltenden
neuen Anti-Korruptionsrecht genannten
Chef der ÖBB-Dienstleistungsges.m.b.H.
DLG, Franz Nigl, zentral verantwortet
wird, noch nennenswerte Spielräume für
„Aufwandsreduktion“ gibt? Diese war doch
schon seit Jahren zentraler Auftrag und
eigentlich Existenzberechtigung für Nigl
in dieser Funktion. Wo dieser bisher
offenbar ungenutzt gebliebene Spielraum
plötzlich herkommt, ist umso
erstaunlicher, als Nigl doch angeblich
so erfolgreich gewirkt hat, dass er
einer der größten Empfänger von
Bonuszahlungen im ganzen ÖBB-Konzern ist
und trotz Auflösung der DLG mit einem
neuen Managerposten versorgt werden
soll!
-> Sollen tatsächlich – was anhand der
Ausführungen im ÖBB-Geheimpapier
naheliegend ist – die gesamten
geschätzten Mindereinnahmen beim IBE
(Infrastrukturbenutzungsentgelt,
„Schienenmaut“) von allein heuer 45 Mio
Euro durch „Aufwandsreduktion“ im
Bereich Instandhaltung hereingebracht
werden? Wenn ja, ist die nächste Welle
der ohnedies zu hunderten den täglichen
Betrieb behindernden Langsamfahrstellen
programmiert. Ebenso noch mehr Probleme
mit unzureichend gewarteten Zügen und
Sicherungseinrichtungen. Auf das schon
jetzt alarmierende Ausmaß dieser
Ausfälle reagierte das ÖBB-Management
zuletzt auf seine eigene Weise: Ausfälle
der besonders defektanfälligen Talent-
und Desiro-Nahverkehrstriebwagen dürfen
in den unternehmensinternen
Werkstättenlisten nicht mehr angeführt
werden ... eine sinnlose
Kopf-in-den-Sand- und
Geheimhalte-Strategie, die den
Fahrgästen, die immer öfter wegen
ausgefallener Garnituren und
Infrastrukturmängeln im Regen stehen,
genau gar nichts bringt!
Die Grünen verlangen: Die Regierung muss endlich die ÖBB
als Rückgrat leistbarer Mobilität und
umwelt- und klimaverträglichen
Gütertransports in diesem Land sichern.
Das darf gerade jetzt in der Krise nicht
länger Nebensache sein und politisch
sprichwörtlich auf der Strecke bleiben,
nur weil es SPÖ und ÖVP und der von
ihnen installierten ÖBB-Spitze vor allem
um anderes geht – das Bau- und
Finanz-Karussell mit möglichst vielen
Großprojekten gut geschmiert
weiterzudrehen, und die
Freunderlwirtschaft bei Posten und
Beraterjobs fortzusetzen.
In eine heiße Phase sind die Verhandlungen zwischen dem Land NÖ und dem Bund zur Übernahme der Schmalspurbahnen getreten. Eine Entscheidung wird bis spätestens Ende Juni erwartet.
Millionenbetrag für Generalüberholung?
Neben dem größten Brocken, der Mariazellerbahn, sind in dem Verhandlungspaket auch alle anderen Schmalspurbahnen Niederösterreichs verpackt: Die Krumpe nach Mank, die Schneebergbahn und die Waldviertler Schmalspurbahnen in Litschau, Gmünd und Großgerungs.
Dazu kommen Teilstrecken der Ybbstalbahn, die ja nicht mehr als Ganze bestehen bleiben soll - insgesamt 270 Kilometer Bahn.
Eine Generalüberholung dieser Bahnen würde nach Ansicht des Landesverkehrsplaners Friedrich Zibuschka einen dreistelligen Millionenbetrag verschlingen und den will das Land vom Bund, respektive den ÖBB.
Mariazellerbahn bleibt bestehen
Erst wenn die zuletzt vernachlässigten Bahnen wieder voll betriebstauglich seien, so Zibuschka, würden sie vom Land übernommen und betrieben.
Gut drei Viertel der Kosten macht die Mariazellerbahn aus. Hier ist eine Entscheidung jetzt schon gefallen: Sie wird im Gesamten als Schmalspurbahn bestehen bleiben, eine Umspurung auf Normalspur bis Kirchberg an der Pielach ist kein Thema mehr.
Wiederstand gegen das Bahn-Aus Klare
Kampfansagen gab es beim Jubiläumsfest
in Ybbsitz gegen eine Sperre und
Zersplitterung der Ybbstalbahn.
Ich bin kein Puffer-Küsser. Aber um
diese Infrastruktur muss man kämpfen."
Der frühere ÖBB-Generaldirektor Rüdiger
vorm Walde ließ bei 110-Jahrjubiläum des
Ybbstalbahn-Abschnitts Waidhofen -
Ybbsitz am Sonntag nicht als
Bahnfanatiker, sondern als kühler
Rechner aufhorchen. Während ÖBB-Spitzen
und offizielle Verkehrspolitiker durch
Abwesenheit glänzten, forderte vorm
Walde Bürger und Bürgermeister auf um
die 60 Kilometer lange Bahn zu kämpfen.
Bei Volksfeststimmung und Kaiserwetter
dampfte und pfiff die 598-er Y.v.2 mit
bunten Waggons im Schlepp zum Fest nach
Ybbsitz. Nicht nur Dampf und Rauch
begleiteten den Nostalgiezug, sondern
auch viel Enthusiasmus. Bei einem
Investitionsvolumen der ÖBB von jährlich
zwei Milliarden Euro, sei der Bedarf für
die Ybbstalbahn eine Kleinigkeit,
bestärkte vorm Walde.
Als Ybbsitzer Hausherr hatte
VP-Bürgermeister Josef Hofmacher ein
schweres Los zu tragen. Bis auf den
Opponitzer Kollegen Erwin Forster waren
weder Landes- noch Kommunalpolitiker der
VP in Erscheinung getreten. Hofmacher
rühmte die Leistung der Bahn im letzten
Jahrhundert, scheute aber auch nicht die
modernen Bedürfnisse nach Mobilität
einzufordern. Mangelnder Applaus und
sogar ein "Pfui" waren der Lohn dafür.
Appelle "Wir
werden die Bahn brauchen wie ein Stück
Brot", stellte sich die Grüne Madeleine
Petrovic in die Reihen der Bahnretter.
Es könne nicht sein, dass die Sperre
dieser wertvollen Verbindung bereits
beschlossene Sache sei. Petrovic spielte
auf das zuletzt von VP-Landesrat Johann
Heuras vorgestellte Mobilitätskonzept
an. Wie berichtet, würden Busse die
Hauptlast im Öffi-Verkehr des Ybbstals
übernehmen. Die Bahn würde großteils
demontiert oder als Nostalgiestrecke
betrieben. Wie FP-Nationalrat Erich
Königsberger und SP-Landesabgeordneter
Franz Gratzer forderte auch Petrovic
einen politischen Schulterschluss. Geld,
das Bund und ÖBB bei der
Bahninfrastuktur eingespart hätten,
müsse eingefordert werden.
Peter Haibach, Obmann des bundesweiten
Vereins "Probahn" stellte aktuelle
Rettungspläne vor. Die Ybbstalbahn
Entwicklungs-Genossenschaft werde
demnächst gegründet, Anteilsscheine zu
25 Euro für Förderer sollen für eine
Finanzbasis sorgen. Die Genossenschaft
werde mit Ministerin Bures die Übernahme
der Bahn um einen Euro ausverhandeln und
einen professionellen Betreiber
anwerben. Sechs Millionen Euro als
Startkaptial sei der Bund ohnehin
schuldig.
Eine Genossenschaft soll die Ybbstalbahn
retten
Eine geschmückte Dampflokomotive
pfauchte zum 110-Jahr-Jubiläum von
Waidhofen nach Ybbsitz. Dampf wollen
auch Bahnbefürworter gegen die
Schließung der Ybbstalbahn mit einer
Genossenschaft machen.
Großer Bahnhof für die Ybbstalbahn
gestern Sonntag: Viele Hobbyfotografen,
die das Dampfross knipsten, die
Blasmusikkapelle spielte, und
Ex-ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm
Walde spendierte Bier und Würstel. Das
Jubiläumsfest zur Eröffnung des
Nebenarmes der Schmalspurstrecke von
Waidhofen nach Ybbsitz münzten die
Bahnvereine zur Kundgebung um.
Landespolitiker der VP blieben dem
Rednerpult fern, während Madeleine
Petrovic (Grüne), Erich Königsberger (FP)
und Franz Gratzer (SP) einen
Schulterschluss im Landtag ankündigten,
um die VP-Mehrheit vom Zusperren der
Ybbstalbahn abzubringen.
Ein Mittel könnte auch die Beauftragung
des Landesrechnungshofes sein: Die
Bahnbefürworter verwiesen auf einen
Vertrag, demzufolge die ÖBB für den
Erhalt der Ybbstalbahn Landesmillionen
kassierten, aber die Gleisanlagen
verlottern ließen. Zwei Landesgutachten
würden besagen, dass das Land
verpflichtet gewesen sei, den Vertrag
einzuklagen. Das ist nie geschehen. Mit
den nicht geflossenen Geldern zur
Streckenerhaltung könnte die Nebenbahn
mustergültig saniert werden, rechnete
Peter Haibach von „Pro Bahn Österreich“
vor. Als ersten Schritt hoben die
Bahnbefürworter eine Genossenschaft aus
der Taufe. Der Ex-Direktor der Berliner
Verkehrsbetriebe, Norbert Liehm, war der
erste Genossenschafter, der für 25 Euro
einen Anteil kaufte, der ehemalige
Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Hans
Kirchmayr der zweite.
„Pro Bahn“ will sich um die Ybbstalbahn
bewerben. Mit sechs Millionen Euro
Mitgift zur Streckensanierung, die einen
Bruchteil eines Abrisses kosteten, werde
man einen Betreiber finden.
Ybbstalbahn um 1 Euro? Skepsis in St.
Pölten Der
Bund prüft ein Übernahmeangebot des
Vereins "Pro Bahn Österreich"
Von Christoph Rella
> Private geben den Kampf nicht auf
und wollen Bahn retten.
> Sanierung und Betrieb kosten rund
20 Millionen Euro.
St.Pölten/Lunzam See. Im Ringen
um den Erhalt der von der Schließung
bedrohten Ybbstalbahn haben die
Eisenbahnbefürworter von "Pro Bahn
Österreich" eine neue Initiative zur
Rettung der Strecke gestartet.
Wie die Vereinsplattform am Wochenende
in einer Aussendung mitteilte, wolle man
die Ybbstalbahn um einen Euro übernehmen
und mithilfe privater Betreiber
weiterführen. Damit werde man die
Filetierung der Bahn, die laut dem
vorliegenden Konzept hinkünftig ab
Waidhofen nur mehr bis Hollenstein
geführt werden soll, verhindern.
Insbesondere gehe es dem Verein darum,
dass die Züge nicht durch Busse ersetzt
und die Bahntrasse zu einem Radweg
umgebaut werden, erklärt der Obmann von
"Pro Bahn Österreich", Peter Haibach.
Man mache hier "einen sehr schweren
Fehler."
Dies habe er auch der zuständigen
Ministerin Doris Bures (SPÖ) in einem
Brief mitgeteilt und gebeten, dem
Verkauf zuzustimmen. "Das Angebot wird
derzeit geprüft", heißt es aus dem
Infrastrukturministerium. Die ÖBB selbst
wollen mit der Sache nichts zu tun
haben. "Wir sind da völlig neutral",
sagt Bahnsprecher Christopher Seif.
Allerdings zeigt er sich hinsichtlich
der anfallenden Kosten für Sanierung und
Betrieb der Ybbstalbahn skeptisch. Den
Verweis auf einen Präzedenzfall in
Salzburg, wo die defizitäre Pinzgau-Bahn
erfolgreich von Privaten übernommen
worden sei, lässt Seif nicht gelten. Die
beiden Strecke seien "nicht eins zu eins
vergleichbar", so der Sprecher. Im
Pinzgau sei die Bahnstruktur noch gut in
Schuss und daher die Investitionen
gering gewesen. Eine Sanierung der
Ybbstalbahn koste aber mindestens 20
Millionen Euro.
"Das ist ein Wunsch ans Christkind",
sagt wiederum der Bürgermeister von Lunz
am See, Martin Polderer. Er rechne nicht
damit, dass die Initiative ohne
Zuschüsse des Bundes die nötigen Mittel
aufbringen kann. Außerdem komme das
Übernahmeangebot 15 Jahre zu spät.
"Es wird harte Arbeit" In dieselbe Kerbe schlägt auch
Friedrich Zibuschka, Verkehrsplaner in
der Niederösterreichischen
Landesregierung. "Wer soll das
bezahlen?", fragt er, um gleichzeitig
für das seiner Ansicht nach billigere
Buskonzept zu werben. Die Gesamtkosten
für das Projekt beziffert Zibuschka mit
11 Millionen Euro, wobei die Kosten für
Radwege, die Revitalisierung der
spektakulären Strecke von Kienberg nach
Lunz am See und der Rückbau der
Geleisanlagen berücksichtigt seien. Dass
Sanierung und Betrieb der Ybbstalbahn
etwas kosten, ist für "Pro Bahn"-Obmann
Haibach klar. "Es wird harte Arbeit
werden", sagt er und gibt sich
optimistisch, bald einen Betreiber für
die Bahn zu finden.
Dieser müsse ein Business-Konzept
erstellen und die Kosten benennen. Wer
das bezahlen soll? Haibach will hier
ausgerechnet den Bund in die Pflicht
nehmen. Dieser solle nämlich die
Millionen, die für das Buskonzept und
den Abbau der Bahn vorgesehen sind, dem
neuen Betreiber zur Verfügung stellen,
um die Ybbstalbahn zu retten. Konkrete
Zusagen hat Haibach allerdings noch
nicht. "Ich weiß aber, wen ich fragen
könnte", sagt er – und hofft.
Wenn das Land zögert, will Verein
Ybbstalbahn kaufen
WAIDHOFEN. Die Plattform „Pro Bahn“
will dem Bund die Ybbstalbahn um
einen Symbol-Euro abkaufen und
selbst einen Betreiber und Investor
beschaffen. Das Angebot wurde
gestern als Brief und E-Mail an das
Verkehrsministerium geschickt.
Laut Vorstandsbeschluss im
Regionalverband soll zumindest für
die Teilstrecke zwischen Waidhofen
und Hollenstein auch der
Weiterbetrieb auf der Schiene
geprüft werden. Weil Landesrat
Johann Heuras (VP) aber nur einen
Tag später eigentlich nur noch von
einem Rest der Ybbstalbahn als
Waidhofner Straßenbahn und ansonsten
Bussen das Wort zugesprochen hat,
nehmen die Eisenbahnvereine die
Angelegenheit jetzt selbst in die
Hand. Gestern schickte „Pro-Bahn“ im
Einvernehmen mit den
Bürgerinitiativen „Club 598“ und
„Pro Ybbstalbahn“ ein Angebot an das
Verkehrsministerium. Die Vereine
erklären sich in dem Schreiben
bereit, die Schmalspurbahn ebenso um
einen Euro zu übernehmen, wie es der
Bund bereits dem Land NÖ. angeboten
hatte. Die Lasten von 20 Millionen
Euro, die eine Entsorgung der
Bahnschwellen und der Rückbau des
Gleiskörpers bei einer Einstellung
der Bahn bedeuten würde, bereiten „Pro-Bahn“-Obmann
Peter Haibach kein Kopfzerbrechen:
„Ein erfolgreicher Weiterbetrieb der
Bahn ist kein Ding der
Unmöglichkeit.“
Haibach hat schon Vorgespräche mit
Bahnbetreibern aus dem In- und
Ausland, darunter mit einem
Vertreter des größten deutschen
privaten Nahverkehrsbetreibers
Veolia, geführt. Weil es genügend
Beispiele gebe, wie Regionalbahnen
zu einem neuen Geschäftsfeld
geworden sind, habe man bereits
Kontakte zu Investoren knüpfen
können. Haibach: „Jetzt ist
Bundesministerin Bures am Zug.“ Beim
Jubiläumstag 110 Jahre des
Nebenarmes der Schmalspurstrecke von
Waidhofen nach Ybbsitz soll am
Sonntag die neue
Ybbstalbahn-Entwicklungsgesellschaft
vorgestellt werden.
Aufstand der Fahrgäste: Sie kritisieren
das vorliegende „Nur-Bus-Konzept“ und
gehen nun in die Offensive. „Probahn
Österreich“ und die Initiative
Ybbstalbahn machen Ministerin Doris
Bures ein Übernahmeangebot für die
Regionalbahn – und zwar zu den gleichen
Bedingungen, wie es der Bund mit dem
Land vereinbaren will.
„Eine Filetierung der Ybbstalbahn ist
unsinnig“, kritisiert Peter Haibach die
geplanten Teilschließungen der Strecke.
Der Sprecher von „Probahn Österreich“
lehnt das auf eine „Mini-Straßenbahn“ im
Raum von Waidhofen reduzierte Konzept
strikt ab. Wie berichtet, hat das Land
bereits seine Vorstellungen präsentiert:
Die Ybbstalbahn soll nur dort erhalten
bleiben, wo hohes Verkehrsaufkommen
besteht. Ergänzt werden soll das Angebot
mit Bussen, Radwegen und Sammeltaxis.
Der konkrete Plan: Das Land übernimmt
die defizitäre Bahn um einen Euro, der
Bund schießt 20 Millionen Euro für die
Abtragung der Schienen und den Bau von
Straßen zu.
Nun stellen interessierte Fahrgäste die
Weichen für eine Alternativlösung. Sie
wollen sich sowohl um einen neuen
Betreiber kümmern, um potente Geldgeber,
als auch darum, den Finanztopf der EU
anzuzapfen. Dazu soll eine eigene
Ybbstal-Entwicklungsgesellschaft
gegründet werden. „Es gibt genügend
Beispiele, wie man Regionalbahnen
erfolgreich führen kann“, erklärt
Haibach seine optimistische Haltung. In
Österreich werde zwar genügend Geld für
Öffis zur Verfügung gestellt, „aber wir
verteilen es falsch“, meint er. Wie es
funktioniert, so Haibach, zeige das
Beispiel der Pinzgauer Bahn, wo sich
Bahn und Bus sinnvoll ergänzen.
Mittlerweile 4000 Unterstützer sind auf
der Seite der hartnäckigen
Fahrgastverbände.
Buskonzept auf Schiene Bis
Juli 2010 soll neues Mobilitätskonzept
für Ybbstal umgesetzt werden. Land will
Bahn um einen Euro.
Zumindest einen Nachmittag lang
herrschte Einigkeit über die Zukunft der
Ybbstalbahn. ÖVP, SPÖ und FPÖ
beschlossen vergangenen Dienstag im
Regionalverband einstimmig sieben
Maßnahmen zur Verbesserung des
öffentlichen Verkehrs im Ybbs- und
Erlauftal. Damit wurden die Weichen für
ein umfassendes Busnetz und eine (Stadt-)bahn
zumindest in Waidhofen gestellt.
Tags darauf konkretisierte
Verkehrslandesrat Johann Heuras seine
Pläne: Demnach soll der öffentliche
Verkehr ab Juli 2010 nach dem neuen
Muster abgewickelt werden. Zunächst wird
das Busnetz EU-weit ausgeschrieben. Ab
Herbst soll dann eine Mobilitätszentrale
für Anfragen von Schülern, Pendlern und
Touristen ihren Dienst aufnehmen. „Wo es
touristisch Sinn macht, erhalten wir die
Bahn“, kündigte Heuras an und verwies
auf die Teilstrecke zwischen Kienberg
und Göstling, die für den
Nostalgieverkehr saniert werden soll. Um
einen Euro will das Land die Ybbstalbahn
(und damit auch die Abtragsverpflichtung
der Gleiskörper) übernehmen. Die
„Stadtbahn“ von Waidhofen bis Gstadt
(Bene) soll die Verkehrsorganisation
NÖVOG führen. Dort könnte die Bahn
künftig sogar im Halbstundentakt
verkehren, stellte Heuras in Aussicht.
Noch nicht fix ist die Zukunft der
Ybbstalbahn auf dem Teilstück zwischen
Gstadt und Hollenstein. Auf Antrag von
SP-Abgeordneten Franz Gratzer werden
mögliche Bahn-Interessenten gesucht.
Zudem fordert er, „ein
Fortführungskonzept für die gesamte
Ybbstalbahn nicht aus den Augen zu
verlieren.“
Gratzer: Ybbstalbahn darf nicht
leichtfertig aufgegeben werden
Fortführungskonzept auch für gesamte
Strecke prüfen
St. Pölten, (SPI) - "Ich würde mir
wünschen, dass in Sachen Ybbstalbahn zu
allererst ein Weiterbetrieb der gesamten
Strecke im Fokus der Verhandlungen bzw.
die Suche nach neuen Betreibern steht.
Ohne noch eine Partnerschaft in Händen
zu haben sind Festlegungen über
Teilschließungen oder anderer
Verkehrskonzepte, die vielleicht sogar
zu einer Konkurrenz für die verbleibende
Bahnstrecke werden könnten, mehr als
kontraproduktiv", so der Amstettner
SPÖ-Landtagsabgeordnete und
Bürgermeister von Hollenstein/Ybbs, Ing.
Franz Gratzer.
"Selbstverständlich sind in diesem
Zusammenhang auch der Bund und die ÖBB
gefordert. Allein aber jetzt nur den
Bund oder die ÖBB zu kritisieren ist zu
wenig, denn somit stellt sich die Frage,
wo denn die Bemühungen der
NÖ-Verkehrsverantwortlichen, allen voran
LH Erwin Pröll und des nunmehrigen
Landesrats Johann Heuras, bleiben? Da
war offenbar bisher ‚tatenloses Zusehen’
bei der Ybbstalbahn wichtiger als
Engagement und zukunftsgerichtete
Strategien", so LAbg. Gratzer weiter.
Der Amstettner Mandatar setzt die
kommenden Monate jedenfalls auf weitere
Gespräche. "Definitive Entscheidungen
sind noch nicht gefallen, so manche
Absichtserklärung steht zwar im Raum,
doch auch diese sind nicht der Weisheit
letzter Schluss. Die angekündigten
weiteren Gespräche und die Partnersuche
sollen auch dafür genützt werden, ein
Fortführungskonzept für die gesamte
Ybbstalbahn nicht aus den Augen zu
verlieren und gemeinsam mit dem Bund und
einem neuen Betreiber ein Gesamtpaket
auszuverhandeln. Der Bund sollte auf
jeden Fall ‚in die Verantwortung
genommen werden’ - denn angesichts der
angespannten Finanzsituation auch in
Niederösterreich ist für mich der Erfolg
des Landes als ‚Eisenbahnbetreiber’ noch
fragwürdig", so Gratzer abschließend.
Bus und Rad lösen Ybbstalbahn ab Die
Demontage eines Großteils der
verwahrlosten 55 Kilometer langen
Schmalspurstrecke ist beschlossene Sache
Nun ist es auch amtlich. Im künftigen
öffentlichen Verkehrsangebot des
Ybbstals wird die Bahn nur mehr eine
Nebenrolle spielen. Landesrat Johann
Heuras und Landesverkehrsplaner
Friedrich Zibuschka präsentierten am
Mittwoch das Mobilitätskonzept Ybbstal.
Es soll den rund 70.000 Bürgern im Ybbs-
und Erlauftal ein effektiveres Angebot,
als jenes das die ÖBB mit der
Ybbstalbahn derzeit bieten, bringen.
Dienstagnachmittag hätten
Gemeindevertreter aller politischen
Richtungen im Mostviertler
Regionalverband das Konzept einstimmig
beschlossen, so Heuras. Der Bund, sprich
die ÖBB, hätten die Ybbstalbahn fallen
gelassen, die Infrastruktur
heruntergewirtschaftet und den
Versorgungsvertrag aufgekündigt,
kritisierte Heuras. Nur mehr dort wo die
Bahn hohe Passagierzahlen habe, würde es
Sinn machen, die Strecke zu erhalten.
Deshalb wird im Stadtgebiet von
Waidhofen von der NÖVOG (NÖ
Verkehrsgesellschaft) eine fünf
Kilometer lange stadtbahnartige Strecke
weiter betrieben. Als touristische
Attraktion genützt und gestärkt soll der
Bahn-Abschnitt zwischen Göstling und
Kienberg (rund 20 km) werden. Der Rest
der Bahnlinie soll vom Land NÖ um einen
symbolischen Preis von einen Euro
übernommen werden, so Planer Zibuschka.
Die ÖBB würden von der Abbruchpflicht
entbunden, das Land möchte eine
touristisch attraktive Radstrecke auf
der Trasse errichten.
Skepsis Ebenfalls
im Regionalverband beschlossen und von
Heuras auch beauftragt wurde die Prüfung
der Strecke Waidhofen-Hollenstein. Der
SP-Abgeordnete und Hollensteiner
Bürgermeister Franz Gratzer ist
überzeugt, dass der 20 km lange
Abschnitt im Gesamtkonzept
wirtschaftlich eingebunden werden
könnte. Heuras und Zibuschka gaben sich
skeptisch. "Nach den Zahlen, die uns
vorliegen kostet der Bahnbetrieb 2,5
Mio. Euro pro Jahr, eine Busversorgung
nur 300.000 Euro."
Als nächstes wird das Buskonzept
europaweit ausgeschrieben. Auch eine
Mobilitätszentrale als Servicestation
wird eingerichtet. Die geplanten Bus-
und Bahnaktivitäten hätten einen
Investitionsbedarf von elf Millionen
Euro, so Heuras. Um die jetzige
Ybbstalbahn auf Schuss zu bringen, seien
33 Mio. Euro notwendig.
Bahnfans aus ganz Europa protestieren
gegen die Demontage. Am 3. Mai wird der
110. Geburtstag des Stücks
Gstadt-Ybbsitz mit Nostalgiefahrten
gefeiert. Vermutlich das letzte
Jubiläum.
Regionalverband setzte das Rotsignal für
die Ybbstalbahn wieder aus
Der angesagte Todesstoß für die
Schmalspurlinie bleib aus. IN seinem
Beschluss für einen besseren
öffentlichen Verkehr gibt der
Regionalverband der Ybbstalbahn noch
eine Chance.
In der ersten Vorlage für den
Regionalverband war neben einem Busnetz
nur noch von „Radwegen auf den Trassen
eingestellter Nebenbahnen“ die Rede.
Gestern sprach Hollensteins
Bürgermeister und
SP-Landtagsabgeordneter Franz Gratzer
von „einem Teilerfolg“: Er konnte in die
Endfassung den Weiterbetrieb der
Ybbstalbahn von Waidhofen bis in seine
Gemeinde wenigstens als Alternative zur
Buslinie hineinreklamieren. Die
Landesverkehrsgesellschaft NÖVOG soll
nun für diese Verbindung Interessen
sowohl auf der Schiene wie auf der
Straße suchen.
In einer Pressekonferenz schwächte
gestern Landesrat Johann Heuras (VP)
wieder ab, was auf dem Papier steht und
mit 21 Stimmen im Regionalverband
beschlossen wurde. „Die Ybbstalbahn wird
dort bleiben, wo ein hohes
Verkehrsaufkommen besteht“, verwies er
auf ein Mobilitätskonzept des Landes,
das nur noch einen Blinddarm der
Ybbstalbahn von Waidhofen bis zur Firma
Bene als Nahverkehrsachse vorsieht, die
schon bisher 70 Prozent der Bahnfahrer
beförderte. Heuras erläuterte sodann die
Möglichkeiten eines Radweges von Gstadt
über Hollenstein bis nach Göstling. Von
der Hochkargemeinde weg sollen
Nostalgiezüge über die einzigartigen
Baudenkmäler der Trestleworkbrücken nach
Kienberg, dem Endbahnhof der
Erlauftalbahn, Ausflügler anlocken. Den
Regelverkehr mit Verbindung ins
Erlauftal soll der Bus schaffen.
Für Gratzer muss „die Ybbstalbahn das
Rückgrat des öffentlichen Verkehrs im
Tal bleiben“.
Stellungnahme zur Ybbstalbahn
Hollensteins Bürgermeister und
SP-Landtagsabgeordneter Franz Gratzer zu
den Aussagen von Landesrat Heuras
Im Rahmen der Sitzung des
Regionalverbandes plädierten viele
Bürgermeister dafür, dass eine
Weiterführung der Ybbstalbahn von
Waidhofen/Ybbs über die Firma Bene
hinaus bis nach Hollenstein weiterhin
eine Option ist, die geprüft werden
soll.
Dies wurde so beschlossen und ich sehe
es als bedenklich an, dass diese
Möglichkeit heute in den Ausführungen
von Landesrat Johann Heuras anlässlich
der Pressekonferenz zur Zukunft der
Ybbstalbahn keine Erwähnung fand.
Schließlich ist es vor Abschluss der
Interessentensuche für die Fortführung
der Ybbstalbahn und den dafür
notwendigen Verhandlungen nicht
zielführend, vorab bereits Festlegungen
zu treffen.
"Selbstverständlich würden wir uns alle
wünschen, dass die für den Nahverkehr
und den Tourismus so wichtige
Ybbstalbahn 'unzerstückelt' erhalten
bleibt", betont Gratzer.
"Da die ÖBB aber weiterhin ein Abstoßen
dieser Bahnlinie verfolgt, müssen
Alternativen greifen. Dafür ist es auch
notwendig, einen neuen Betreiber zu
finden - und dies wird die große Aufgabe
der kommenden Monate sein. Vor dem
Ausstieg der ÖBB aus dem Bahnbetrieb
müssen diese aber sicher noch die
jahrelang versäumten Investitionen und
Erhaltungsmaßnahmen nachholen. Hier
dürfen die ÖBB nicht aus der
Verantwortung entlassen werden. Eine
Bahnlinie, deren technischer Zustand
teils wirklich besorgniserregend ist,
läuft sonst Gefahr, wegen mangelnder
Attraktivität oder zu hoher
Einstiegskosten keinen Partner zu
finden."
Gratzer: Ybbstalbahn soll weiterhin bis
Hollenstein fahren
Festlegung vor Abschluss der
Interessentensuche nicht zielfürend
St. Pölten, (SPI) - "Im Rahmen der
Sitzung des Regionalverbandes plädierten
viele Bürgermeister dafür, dass eine
Weiterführung der Ybbstalbahn von
Waidhofen/Ybbs über die Firma Bene
hinaus bis nach Hollenstein weiterhin
eine Option ist, die geprüft werden
soll. Dies wurde so beschlossen und ich
sehe es als bedenklich an, dass diese
Möglichkeit heute in den Ausführungen
von Landesrat Johann Heuras anlässlich
der Pressekonferenz zur Zukunft der
Ybbstalbahn keine Erwähnung fand.
Schließlich ist es vor Abschluss der
Interessentensuche für die Fortführung
der Ybbstalbahn und den dafür
notwendigen Verhandlungen nicht
zielführend, vorab bereits Festlegungen
zu treffen", reagiert der Hollensteiner
Bürgermeister und SPNÖ-Landtagsmandatar
Ing. Franz Gratzer auf heutige Aussagen
von LR Heuras.
"Selbstverständlich würden wir uns alle
wünschen, dass die für den Nahverkehr
und den Tourismus so wichtige
Ybbstalbahn ‚unzerstückelt’ erhalten
bleibt. Da die ÖBB aber weiterhin ein
Abstoßen dieser Bahnlinie verfolgt,
müssen Alternativen greifen. Dafür ist
es auch notwendig, einen neuen Betreiber
zu finden - und dies wird die große
Aufgabe der kommenden Monate sein. Vor
dem Ausstieg der ÖBB aus dem Bahnbetrieb
müssen diese aber sicher noch die
jahrelang versäumten Investitionen und
Erhaltungsmaßnahmen nachholen. Hier
dürfen die ÖBB nicht aus der
Verantwortung entlassen werden. Eine
Bahnlinie, deren technischer Zustand
teils wirklich besorgniserregend ist,
läuft sonst Gefahr, wegen mangelnder
Attraktivität oder zu hoher
Einstiegskosten keinen Partner zu
finden", so Gratzer.
LR Heuras: Mehr Mobilität für das
Ybbstal
Verbesserungen für Schüler, Pendler,
Wirtschaft und Tourismus
St. Pölten (NLK) - "Wir wollen ein
besseres Angebot im öffentlichen Verkehr
und mehr Mobilität für die SchülerInnen
und Pendler, für die regionale
Wirtschaft, deren Leitbetriebe und für
den Tourismus im Ybbstal und der Region
schaffen", stellte der für den
öffentlichen Verkehr zuständige
Landesrat Mag. Johann Heuras heute,
Mittwoch, bei einer Pressekonferenz
gemeinsam mit dem Verkehrsplaner des
Landes Niederösterreich, Prof. Dr. Fritz
Zibuschka, fest.
"Die Ybbstalbahn wird dort bleiben, wo
ein hohes Verkehrsaufkommen besteht",
hielt Heuras fest. Ergänzt werde das
Angebot mit einem umfassenden
Busangebot, Radwegen und
Anrufsammeltaxis.
Konkret sieht das vorliegende
Mobilitätskonzept für das Ybbstal vor,
dass die Bahn im Abschnitt Waidhofen an
der Ybbs bis zur Firma Bene erhalten
bleibt, da in diesem Abschnitt 70
Prozent der Fahrgäste - vorwiegend
SchülerInnen und Pendler - die Bahn
derzeit nützen. "Hier herrscht ein gutes
Nutzen/Kosten-Verhältnis", bestätigte
Heuras. Zusätzlich wird ein umfassendes
Busangebot geschaffen, das weit über das
der Ybbstalbahn hinausgeht. Damit wird
das Ybbstal mit der Erlauftalbahn
verknüpft. So biete man zusätzliche
touristische Ziele an, schaffe eine
SchülerInnen-Verbindung an Weyer und
Palfau und könne das Angebot für die
Leitbetriebe optimieren, erklärte der
Landesrat. Ergänzt wird das Angebot
durch Anrufsammeltaxis für den
Gelegenheitsverkehr, damit die
Bevölkerung nach Bedarf Einkäufe,
Behördenwege oder Arztwege erledigen
kann. Auf der Trasse der Ybbstalbahn
zwischen Gstadt und Göstling wird ein
Radweg eingerichtet. "Dieser Radweg
ermöglicht eine Verknüpfung mit den
touristischen Radrouten des Landes", so
Heuras. Als zusätzliches Angebot für
Touristen werde der schon bestehende
Zugverkehr von Kienberg-Gaming nach Lunz
am See bis Göstling ausgeweitet.
"Dieses umfassende Mobilitätskonzept
wurde gestern bei der
Regionalverbandssitzung präsentiert und
positiv angenommen", freute sich der
Landesrat über die Zustimmung aus der
Region.
Die Kosten gab Heuras mit
Einmalinvestitionen in der Höhe von rund
11 Millionen Euro und Betriebskosten von
jährlich rund 3,8 Millionen Euro an.
Weitere Informationen: Abteilung
Gesamtverkehrsangelegenheiten, Prof. Dr.
Fritz Zibuschka, Telefon
02742/9005-14971
Rückfragehinweis:
Niederösterreichische Landesregierung
Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit und
Pressedienst
Tel.: 02742/9005-12172
http://www.noe.gv.at/nlk
Die Ybbstalbahn
soll dort erhalten bleiben, wo es
wirtschaftlich und touristisch sinnvoll
ist. Etwa die Hälfte der 55 Kilometer
langen Strecke soll künftig durch
Buslinien ersetzt werden bzw. als Radweg
zur Verfügung stehen.
Das Ziel ist
ein verbessertes Angebot Die Ziele
seien mehr Mobilität und ein
verbessertes Angebot im - derzeit nicht
zufriedenstellenden - öffentlichen
Verkehr für Schüler und Pendler, sagte
Landesrat Johann Heuras (ÖVP) am
Mittwoch.
Das bei einer Pressekonferenz mit
Verkehrsplaner Fritz Zibuschka
vorgestellte Mobilitätskonzept wurde vom
Regionalverband Mostviertel am Dienstag
einstimmig angenommen. Die Maßnahmen
sollen bis 2010 umgesetzt sein.
"Stadtbahn"
für Waidhofen an der Ybbs Die
Ybbstalbahn soll - als Nostalgiebahn
geführt - das touristische Angebot
erweitern, und zwar von Göstling bis
Kienberg, sowie künftig als "Stadtbahn"
für Waidhofen an der Ybbs bis zur Firma
Bene dienen. Auf diesen rund fünf
Kilometer langen Abschnitt konzentrieren
sich 70 Prozent der Fahrgäste der
gesamten Strecke.
Das Busangebot soll u.a. das Ybbstal mit
der Erlauftalbahn verknüpfen und
Schülern eine Anbindung an Weyer und
Palfau bringen. Zwischen Gstadt und
Ybbsitz entfallen damit die
Eisenbahnkreuzungen, was einen Beitrag
zur Sicherheit darstelle. Als Ergänzung
für den Gelegenheitsverkehr führte
Heuras ein Anrufsammeltaxi-System an
(AST). Die Ybbstalbahntrasse zwischen
Gstadt und Göstling soll als Radweg
genutzt werden.
Wirtschaftsstandort soll gestärkt werden Durch
mehr Mobilität und bessere Anbindung
müsse auch der Wirtschaftsstandort
gestärkt werden, verwies Heuras auf
große, wichtige Betriebe im Ybbstal. Die
Kosten stünden im Vergleich zur
derzeitigen Bahn im Verhältnis eins zu
drei.
Das Konzept - Bahn bei Waidhofen,
Radweg- und Straßenbau, Nostalgiestrecke
Kienberg-Lunz-Göstling - erfordere
Einmal-Investitionen in Höhe von elf
Millionen Euro und 3,8 Millionen Euro an
jährlichen Betriebskosten. Der Erhalt
der "heruntergewirtschafteten"
Ybbstalbahn würde sich mit 33 Millionen
Euro plus jährlichen elf Millionen
Betriebskosten zu Buche schlagen,
erklärte Heuras.
Heuras:
"Bund keine Hausaufgaben gemacht Zur
derzeitigen Situation der
sanierungsbedürftigen Bahn meinte der
Landesrat, dass der Bund hier seine
"Hausaufgaben nicht gemacht" habe: Es
gebe derzeit "Langsam-Fahrstrecken" und
Schienenersatzverkehr.
Ein Vergleich mit der Pinzgauer Bahn
(auf die Verein der Freunde der
Ybbstalbahn verweist) sei aufgrund der
völlig unterschiedlichen Frequenzen
nicht zulässig.
Pinzgau: Reise ins gelobte Bahn-Land Nach
Besuch der Pinzgaubahn hoffen Aktivisten
auf Umdenken der Politik. Die
Voraussetzungen sind andere.
Die Sätze, die Franz Wenger spricht, hat
man alle schon gehört. Der Bürgermeister
von Taxenbach trägt ein lässiges,
oranges Poloshirt und erzählt: von der
Bevölkerung, der die Bahn schon bis zum
Halse heraushing, von den ÖBB, die Jahr
für Jahr Züge strichen und von den
Bürgermeistern, die untereinander
stritten, bis die Fetzen flogen. Das war
vor zwei Jahren.
Heute steigt Wenger in Zell in den
klimatisierten, rot-weißen
Niederflurwaggon, genießt das
Bergpanorama und ist nach 13 Minuten in
seiner Heimatgemeinde angekommen.
„Vieles von dem, was bei euch läuft, war
bei uns genauso“, sagt er in Richtung
seiner weit angereisten Amtskollegen.
Diese nicken zustimmend.
40 Personen auf Lehrausflug im
Salzburger Land
Eine 40-köpfige Gruppe aus dem Ybbstal
war am vergangenen Samstag zum
Lokalaugenschein in den Pinzgau nach
Salzburg gereist. Einen Tag zuvor hatten
die Landtagsabgeordneten Anton Kasser
(ÖVP) und Franz Gratzer (SPÖ) ihr
überarbeitetes Mobilitätskonzept
präsentiert (siehe Artikel links).
Der Pinzgau ist nicht das Ybbstal, das
zeigte sich schon kurz nach der Ankunft.
So verbucht der Bezirk Zell 8,5
Millionen Nächtigungen im Jahr. Zum
Vergleich: Der Ybbstaler Tourismuskönig
Göstling bringt es gerade einmal auf
110.000 Nächtigungen.
„Im Grunde sind aber eure
Voraussetzungen besser“, sagte Gunter
Mackinger, Verkehrsdirektor der Salzburg
AG. Er weiß, wovon er spricht. Zwei
Lokalbahnen hat Mackinger bereits wieder
zum Leben erweckt. „Euer Plus sind die
gut gelegenen Bahnhöfe und die zur Gänze
erhaltene Strecke“, meint er.
„Regionalbahn kann keiner aus
Wien betreiben“
Voraussetzung für eine zukunftsfähige
Bahn, das betont hier jeder, sei ein
Betreiberwechsel. Als das Land Salzburg
die Pinzgaubahn im Juni 2008 übernahm,
wurde ein 32 Millionen Euro schweres
Paket geschnürt: 24 Millionen trägt das
Land, acht das Land.
„Eine Regionalbahn muss regional sein,
das kann keiner aus Wien machen“, lautet
Mackingers Leitsatz. Seine Mitarbeiter
geben ein Beispiel: Findet in Zell ein
Konzert statt, bringt die Pinzgaubahn
die Besucher 30 Minuten nach dem letzten
Lied nach Hause.
Stimmt der Sänger eine Zugabe an, dann
wartet der Zug. „Bei der ÖBB wäre eine
solche Flexibilität undenkbar.“
Ybbstaler Bürgermeister:
Zustimmung und Skepsis
Die fünf mitgereisten Bürgermeister -
Franz Heigl (Göstling), Andreas Rautter
(St. Georgen), Franz Gratzer
(Hollenstein), Erwin Forster (Opponitz)
und Josef Hofmarcher (Ybbsitz) - zogen
bei der Rückreise im Bus Bilanz.
„Ich denke, dass das Pinzgauer Konzept
auch im Ybbstal anwendbar ist“, sagte
Forster. Das Land müsse jene Mittel von
Bund und ÖBB einfordern, die diese in
der Vergangenheit nicht in die
Ybbstalbahn investierten.
Skeptischer reagierte Franz Heigl: „Man
kann die beiden Täler nicht miteinander
vergleichen.“ Und Josef Hofmarcher blieb
dabei: „Das hier ist ein vorbildliches
Projekt. Aber in Ybbsitz ist das
Stimmungsbild eindeutig für den Bus.“
Die Pinzgbaubahn
• Die Pinzgbaubahn wurde 1898 gegründet.
Sie verband Zell mit Krimml. 1998 wurde
der Güterverkehr von den ÖBB
eingestellt. Nach dem Hochwasser 2005
wurden 26 Kilometer Bahntrasse zerstört.
• Im Juni 2008 übernahm das Land die
Infrastruktur, die Salzburger Lokalbahn
den Betrieb. Der Bund investiert 24
Millionen Euro, das Land 8 Millionen.
Bis Dezember wird die zerstörte Strecke
komplett neu errichtet. Die 13 Gemeinden
entlang der Bahn zahlen jährlich 20.000
Euro. Konkrete Fahrgastzahlen liegen
noch nicht vor.
Salzburg Heute - Pinzgaubahn als Vorbild
Samstag, 18.04.2009; 19:00;
ORF2
---
Die Pinzgaubahn kann sich nach ihrem
Neustart vor zehn Monaten über steigende
Fahrgastzahlen freuen. Jetzt ist die
Bahn, die von der Salzburger Lokalbahn
betrieben wird, sogar Vorbild für die
bankrotte Ybbstalbahn in
Niederösterreich.
--- Quelle: ORF
Die Pinzgaubahn kann sich nach ihrem
Neustart vor zehn Monaten über steigende
Fahrgastzahlen freuen. Jetzt ist die
Bahn, die von der Salzburger Lokalbahn
betrieben wird, sogar Vorbild für die
bankrotte Ybbstalbahn in
Niederösterreich.
Eigentümerwechsel als
Überlebensgrundlage
50 Bürgermeister, Landtagsabgeordnete
und Bahn-Begeisterte aus den Ybbstaler
Gemeinden haben sich am Samstag
angesehen, wie es die Pinzgaubahn
geschafft hat, nicht nur zu überleben,
sondern einen erfolgreichen Neustart
hinzulegen.
Die wichtigste Empfehlung aus Salzburg
lautet dabei: ohne den Eigentümerwechsel
von den ÖBB zum Land wäre nichts
gegangen, gleichzeitig brauche es eine
erfahrene Betreibergesellschaft, die auf
den Bedarf vor Ort flexibel reagiert und
auch investiert. Für den Neustart der
Pinzgaubahn wurden immerhin 33 Millionen
Euro locker gemacht.
Zugbegleiter statt anonymer Automaten
"Es gibt mir diese Verländerung einmal
sehr große Hoffnung, dass der Betreiber
hier an Ort und Stelle sitzt, dass man
das wirklich modern führt und dass man
in kurzer Zeit einfach das, was bei der
ÖBB nicht möglich war, derartig positive
Änderungen gemacht hat, sodass die
Bevölkerung auch auf die Bahn wieder
anspricht", sagt Siegfried Nykodem von
der Initiative Ybbstalbahn.
Die neue Pinzgaubahn fährt nicht nur mit
modernstem Zugmaterial, sondern auch mit
Zugbegleitern anstelle anonymer
Fahrscheinautomaten. Die Züge halten
jetzt auch nur mehr auf Verlangen - und
siehe da - die Fahrgäste kehren zurück.
Für heuer rechnet man mit
600.000Fahrgästen. Das wäre eine
Verdoppelunng gegenüber den Zahlen der
letzten ÖBB-Jahre.
"ÖBB haben Bahn
heruntergewirtschaftet"
Genau das streben nun die Ybbstaler
Gemeindevertreter und Bahninitiativen
auch für ihre Nebenbahn an. Dort sanken
die Fahrgastzahlen von 700.000 auf
zuletzt unter 400.000 pro Jahr.
"Die Fakten sind derzeit schlecht, weil
die ÖBB die Ybbstalbahn in den letzten
15 Jahren heruntergewirtschaftet haben,
sie fahrplanmäßig ruiniert haben, sodass
die Leute nicht mehr mit der Bahn fahren
wollten", sagt Franz Gratzer,
Bürgermeister der Gemeinde Hollenstein
(Niederösterreich).
Die Ybbstalbahn-Initiative versucht
jetzt das Ruder herumzureißen und die
Pinzgauer Erfahrungen zu verwerten. Man
verhandelt auch bereits mit möglichen
neuen Betreibergesellschaften.
Ringen um Rettung der Ybbstalbahn Über
die Existenz der Ybbstalbahn wird
hektisch verhandelt. Bahnretter starten
eine Exkursion zum Vorbild Pinzgaubahn.
Die Ybbstalbahn liegt zum x-ten Mal in
den "letzten Zügen". Hinter den
Kulissen, aber auch mit offenem Visier
wird politisch um die Existenz der
Schmalspur und andererseits um ein
alternatives öffentliches Verkehrsnetz
im Ybbstal gerungen.
Immer öfter wurde zuletzt vom Aus der
Schmalspur-Linie zwischen Waidhofen und
Lunz gesprochen. Offizielle
Entscheidungen, wie etwa im Vorstand des
Regionalverbands, wurden dann doch nicht
getroffen - der KURIER berichtete. Nach
dem, unter Zutun des
Landesverkehrsprofessors Friedrich
Zibuschka, erarbeiteten Konzept, könnte
schon in den nächsten Jahren ein Busnetz
die Öffi-Dienste in den südlichen Teilen
der Bezirks Amstetten und Scheibbs
leisten. Als Touristenbahn sollten nur
mehr ein Wurmfortsatz zwischen Göstling
und Lunz und eine Art Schienenbus in
Waidhofen erhalten bleiben.
Ein Konzept, das von VP-Vertretern als
effektiver und kostengünstiger
dargestellt wird, als das marode
Schienennetz zu sanieren und zu
modernisieren.
Proteste Bahnbefürworter treibt dieser Plan
auf die Barrikaden. Im vergangenen
Herbst sammelten sie 5600 Unterschriften
für die Rettung der Linie. Aktuell
richtete die österreichweite
Organisation "Probahn" eine
Unterstützungsaktion über Internet (www.probahn.at)
ein. "2600 haben schon unterzeichnet,
viele melden sich aus dem Ausland, sogar
ein Australier kämpft mit uns",
berichtete Siegfried Nykodem, Sprecher
des Vereins "Pro Ybbstalbahn". Er setzte
auf Überzeugungsarbeit und organisierte
mit anderen Aktivisten für morgen eine
Exkursion zur Pinzgauer Lokalbahn. Die
sei vom Land Salzburg übernommen und
nach geschickten Verhandlungen im
Vorjahr mit 30 Millionen Euro an Bundes-
und ÖBB-Geldern zu neuem Leben erweckt
worden, so Nykodem.
Ob seine Rettungsaktion noch rechtzeitig
kommt, ist ungewiss. Wie der KURIER
erfuhr, berieten gestern nach
Redaktionsschluss die Bürgermeister der
betroffenen Gemeinden erneut mit
Zibuschka. Für heute lud der
Regionalverband Mostviertel zu einer
neuerlichen Pressekonferenz. Thema: "Ein
den Erfordernissen der Zeit angepasster
öffentlicher Verkehr".
Konkret - Das Servicemagazin
- Kampf um die Ybbstalbahn
Freitag, 10.04.2009; 18:30;
ORF2
---
Seit Jahren gibt es die
Diskussion in Österreich
über Nebenbahnen.
Eine solche ist jetzt von
der Schließung bedroht. Es
geht um die Ybbstalbahn
in Niederösterreich zwischen
Waidhofen a.d. Ybbs und
Lunz. Tausende
Unterschriften wurden
mittlerweile gesammelt, die
sich für die Erhaltung der
Ybbstalbahn aussprechen.
Skeptiker – darunter auch
Politiker- meinen, der
Erhalt der Bahn sei nicht
wirtschaftlich. Daher sollte
man überlegen, die Bahn etwa
durch ein Bus- Konzept zu
ersetzen. Hans Christian
Scheid unterahm einen
Lokalaugenschein im Ybbstal.
---
Quelle: ORF
Keine ÖBB-Resolution Die SPÖ
fand für einen Dringlichkeitsantrag zur
Ybbstalbahn keine Mehrheit im Waidhofner
Gemeinderat.
„Wenn die Resolution erst bei der
nächsten Gemeinderatssitzung behandelt
wird, gibt es die Ybbstalbahn vielleicht
gar nicht mehr.“
Den SPÖ-Mandataren stieß bei der
Gemeinderatssitzung am vergangenen
Montag sauer auf, dass ihr
Dringlichkeitsantrag, sich mit einer
Resolution zur Rettung der Ybbstalbahn
an Verkehrsminister Doris Bures zu
richten, mit den Stimmen der
Mehrheitsfraktion der geschäftsmäßigen
Behandlung zugewiesen wurde.
Weiters sollte das Schreiben an Kanzler
Werner Faymann, Vizekanzler Josef Pröll,
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und die
Direktion der ÖBB gehen.
Mair: „Öffentlicher Verkehr ist
kein Spielball der Politik“
„Eine Festlegung, wie der öffentliche
Verkehr im Ybbstal durchzuführen ist,
ist zu früh“, wies WVP-Stadtrat Franz
Sommer das Ansinnen der SPÖ zurück. „Wir
wollen erst alle Fakten auf dem Tisch
haben, um zu entscheiden. Jetzt schon zu
sagen, das soll oder muss mit der
Ybbstalbahn erfolgen, wäre ein Fehler“,
so Sommer.
„Wir brauchen rasche und präzise
Entscheidungsprozesse zu diesem
wichtigen Thema. Es ist schade, dass
daraus ein parteipolitischer Spielball
geworden ist“, erklärte Bürgermeister
Wolfgang Mair. Vize Alfred Mandl bestand
in der Folge auf die Verlesung der
Resolution. Der Antrag auf Aufnahme in
die Tagesordnung wurde von der WVP
abgelehnt, von SPÖ, UWG, FPÖ und Grünen
befürwortet.
Die Resolution
Wortlaut der von der SPÖ dem Gemeinderat
vorgeschlagenen Resolution:
Die Ybbstalbahn - eine ökologische und
volkswirtschaftliche Notwendigkeit!
Die steigenden Treibstoffkosten und
die durch den vermehrten Verkehr
gestiegenen Umweltprobleme sowie das
damit verbundene Bekenntnis der Politik
zu Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen
ließen die Schließung der für die Region
wichtigen Bahnlinie mit den Zweigen
Waidhofen-Lunz und Waidhofen-Ybbsitz als
unverständlich erscheinen. Die
Ybbstalbahn mit ihren ca. 475.000
Fahrgästen jährlich oder ca. 1.300
Fahrgästen täglich ist eine sowohl für
den Schülertransport, für den sanften
Tourismus (z.B. Radtourismus) als auch
für jene Personen des Ybbstales, die
über kein eigenes KFZ verfügen, eine
unbedingte Notwendigkeit.
Krankenhausbesuche, Arztbesuche und
Einkäufe in der nächstgrößeren Gemeinde
würden für viele Bewohner des Ybbstales
erschwert bzw. unmöglich. Eine nicht
notwendige zusätzliche Umweltbelastung
würde der Schülertransport mittels
Bussen statt mit der Bahn mit sich
bringen. Die Bahn als innerstädtisches
Verkehrsmittel vom Hauptbahnhof bis nach
Gstadt ist für die Stadt Waidhofen an
der Ybbs im Speziellen von großer
Bedeutung. Der Gemeinderat der Stadt
Waidhofen an der Ybbs fordert daher die
verantwortlichen Vertreter des Bundes
und des Landes auf, sich für den
Weiterbestand und für eine rasche
Modernisierung der Ybbstalbahn
einzusetzen.
Leitner / Haberzettl:
Klares Bekenntnis aller Verantwortlichen
zur Ybbstalbahn gefordert
Weiterführung der
Nebenbahnen wichtig für Stärkung der
Regionen
St. Pölten (SPI) - "Die Ybbstalbahn darf
nicht einfach geschlossen werden,
wenn Verhandlungen über die
Weiterführung noch im Gange sind",
erklärt der Vorsitzende der SPÖ NÖ,
LHStv. Dr. Sepp Leitner, "die vielen
PendlerInnen sind auf diese Verbindung
angewiesen und erwarten zu Recht, dass
die sowieso schon stark benachteiligten
Regionen nicht noch weiter
infrastrukturell ausgedünnt werden!"
Die zuständige Verkehrs- und
Infrastrukturministerin Doris Bures
bestätigt laufende Verhandlungen
zwischen Bund, Land und ÖBB über die
Zukunft der fünf Schmalspurbahnen in
Niederösterreich, für die es eine
Sonderlösung geben muss, da diese aus
dem Budget des laufenden Bauprogramms
nicht finanzierbar sind. "Auch die
Ybbstalbahn ist als Teil dieses
Gesamtpakets Gegenstand der aktuellen
Verhandlungen", informiert Leitner.
"Ein vorzeitiges Aus der Ybbstalbahn ist
verantwortungslos, wenn die
Verhandlungen über deren Zukunft noch
geführt werden. Die Ergebnisse müssen
unbedingt abgewartet werden. Es liegt
nun an den
Verantwortlichen, Kreativitätsgeist und
innovatives verkehrspolitisches Denken
an den Tag zu legen", so Wilhelm
Haberzettl, Vorsitzender der Fraktion
Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen
im ÖGB (FSG).
"Gerade in Zeiten der zunehmenden
Umwelt- und Energieprobleme sowie
horrender Verkehrszuwächse sind alle
Beteiligten gefordert, endlich Konzepte
auf den Tisch zu legen und nicht
reflexartig mit Schließung zu reagieren!
Die betroffenen Pendler brauchen
Lösungen, keinen unüberlegten Kahlschlag
der Infrastruktur", unterstrich
Haberzettl. Die Gewerkschaft sei
jedenfalls bereit, an konstruktiven
Lösungen mitzuarbeiten, fügte der
FSG-Vorsitzende hinzu.
"Ich erwarte mir von den
Verantwortlichen bei Bund, Land und ÖBB
ein klares Bekenntnis zur Ybbstalbahn
bzw. ein konkretes Konzept zu
Alternativen in den Regionen!", so
Leitner: "die Leute haben ein Recht
darauf, rasch - in den nächsten Wochen -
zu erfahren, wie es weiter geht!"
Die letzten Züge der Ybbstalbahn
Die Schmalspur-Strecke zwischen
Waidhofen und Lunz am See könnte noch
heuer endgültig eingestellt werden
> Steht 110-jährige Bahn vor dem
Aus?
> Privat-Initiativen kämpfen für
Rettung.
St. Pölten/Lunz am See. Es ist
Samstag, 12:42 Uhr. Am Bahnhof der
niederösterreichischen Gemeinde Lunz
am See harrt am Bahnsteig einsam der
Triebwagen der Ybbstalbahn vom Typ
5090 der Abfahrt. Eigentlich hätte
der Zug bereits vor Minuten abfahren
sollen, aber noch ist niemand zu
sehen.
Vergilbte Fotos in einem Schaukasten
künden von jener Zeit, als der Zug noch
regelmäßig Güter und Personen zwischen
den Bahnhöfen Waidhofen und Kienberg
transportiert hat. Eröffnet wurde die 71
Kilometer lange Schmalspurstrecke im
November 1898, vier Monate später wurde
das letzte Teilstück zwischen Ybbsitz
und Gstadt fertiggestellt.
Gegen unheilige Allianz Obwohl die Linie in der
Zwischen- und Nachkriegszeit noch
rentabel war, setzten die ÖBB ab den
70er Jahren den Rotstift an.
Investitionen wurden zurückgestellt,
Personal abgebaut und die Frequenz
reduziert. Seit die Bergstrecke zwischen
Lunz und Kienberg 1988 stillgelegt und
die Bahn zur Einweg-Linie degradiert
wurde, schwelt zwischen dem Land
Niederösterreich, Bund und den ÖBB ein
heftiger Streit über die Zukunft der
Teilstrecke Waidhofen – Lunz.
Davon, wie es früher einmal war, erzählt
der ehemalige Lunzer Fahrdienstleiter
Ernst Haigl. Vor 30 Jahren seien die
Züge noch voll gewesen. Dann kam das
"Zeitalter des Einschlafens. Heute
pendelt kein Mensch mit der
Ybbstalbahn", seufzt er.
Fahrdienstleiter gibt es in Lunz nun
keinen mehr. Niemanden, den man nach der
Abfahrtszeit der Garnitur fragen könnte.
Der Kassenschalter im Warteraum ist
geschlossen, einen Fahrkartenautomaten
gibt es nicht.
Dafür kämpft der Verein "Club 598" seit
Jahrzehnten um den Erhalt der
Ybbstalbahn. Obmann Siegfried Nykodem:
"Da die Strecke mit den ÖBB nicht zu
betreiben ist, fordern wir das Land
Niederösterreich auf, die Linie zu
retten." Es mangle allein am Willen der
Politiker. Das Land stecke jährlich eine
Million Euro in die Ybbstalbahn. "Wo ist
das Geld? Was ist investiert worden?",
fragt Nykodem. Von einer "unheiligen
Allianz" zwischen ÖBB und Land spricht
Peter Haibach von "probahn Österreich".
Es gebe keine Bemühungen, einen
Betreiber zu finden, sagt er. "Wir
hätten die Leute." Den Plan, den Verkehr
mit Bussen sicherzustellen, lehnen die
Bahnfreunde ebenso ab wie die Idee, auf
der Bahntrasse einen Radweg anzulegen.
Im Büro der Landesregierung in St.
Pölten beurteilt man die Situation
naturgemäß anders. Laut Verkehrsplaner
Friedrich Zibuschka würden jährlich
sogar sieben Millionen Euro – eine
Million Euro beträgt der Zuschuss des
Landes – in die Ybbstalbahn investiert.
Dem stünden Einnahmen in der Höhe von
250.000 Euro gegenüber. Grund genug
also, um auf ein Buskonzept zu setzen.
Laut Zibuschka würde die Sanierung 30
Millionen Euro kosten, "die Erweiterung
des Busnetzes hingegen gerade mal ein
Drittel".
Das die Ybbstal-Gemeinden keinen Protest
eingelegt haben, findet der
Verkehrsexperte nicht seltsam. Den
Vorwurf, dass sich das Land für diese
"Rückendeckung erkenntlich zeigen"
würde, weist Zibuschka zurück.
Finanzielle Zusagen gebe es nur für
Projekte, die mit der Einstellung der
Bahn im Zusammenhang stehen. "Das stimmt
nicht", sagt der Hollensteiner
SPÖ-Gemeinderat Eckehardt Buder und will
wissen, dass die freien ÖBB-Gründe an
die Gemeinden verschenkt werden sollen.
Nur vier Züge am Tag "Das ist Spekulation", sagt
wiederum ÖBB-Pressesprecher Christopher
Seif. "Ich weiß von dem Plan nichts."
Auch nichts darüber, wann die
Ybbstalbahn eingestellt werden könnte
(kolportiert wird Juni 2009). Es werde
mit Bund und Land verhandelt. Alles
hänge vom Erfolg des Buskonzepts des
Landes ab. Darüber hätte der
Mostviertler Regionalverband am Freitag
abstimmen sollen, jedoch wurde die
Sitzung nach Intervention der Opposition
im Landtag wegen "Unsicherheiten"
abgesagt.
Am Lunzer Bahnhof ist um 12:46 Uhr der
Triebwagenführer zu Fuß eingetroffen.
"Ich fahre immer etwas später ab",
entschuldigt er sich und zwängt sich in
den Führerstand. "Bei uns geht wegen der
Langsamfahrstellen und Stehzeiten alles
viel langsamer." Tatsächlich benötigt
der Zug für die elf Kilometer kurze
Strecke bis Göstling geschlagene 24
Minuten. Der Fahrkarte kostet 2,30 Euro.
Für den ÖBB-Bediensteten ist klar: Die
Bahn wird eingestellt. Darum gebe es
auch "einen Fahrplan, den kein Mensch
braucht."
In dieselbe Kerbe schlägt auch der
Bürgermeister von Lunz am See, Martin
Ploderer: "Wir haben viele Schüler, die
mit dem Zug pendeln." Seit aber die
Verbindung durch den neuen Fahrplan
schlechter geworden ist, setze er auf
den Bus. So habe man gemeinsam mit
anderen Gemeinden einen Schülerbus
organisiert. "Es kann ja nicht sein,
dass die Kinder zwei Stunden in die
Schule fahren", so Ploderer.
Im oberen Ybbstal ist der leere Zug mit
Verspätung in Göstling eingerollt. Nur
ein Mädchen steigt zu. Vielleicht war es
sie, die in dem Waggon diese Worte auf
einen Abfallbehälter gekritzelt hat:
"Wir werden zu dir stehen, egal was auch
passiert, denn du bist unser Leben." Ein
Bahnleben, das in den letzten Zügen
liegt.
Die letzten Züge der Ybbstalbahn Die
Schmalspur-Strecke zwischen Waidhofen
und Lunz am See könnte noch heuer
endgültig eingestellt werden
St. Pölten/Lunz am See. Es
ist Samstag, 12:42 Uhr. Am Bahnhof
der niederösterreichischen Gemeinde
Lunz am See harrt am Bahnsteig
einsam der Triebwagen der
Ybbstalbahn vom Typ 5090 der
Abfahrt. Eigentlich hätte der Zug
bereits vor Minuten abfahren sollen,
aber noch ist niemand zu sehen.
Vergilbte Fotos in einem Schaukasten
künden von jener Zeit, als der Zug noch
regelmäßig Güter und Personen zwischen
den Bahnhöfen Waidhofen und Kienberg
transportiert hat. Eröffnet wurde die 71
Kilometer lange Schmalspurstrecke im
November 1898, vier Monate später wurde
das letzte Teilstück zwischen Ybbsitz
und Gstadt fertiggestellt.
Gegen unheilige Allianz Obwohl die Linie in der
Zwischen- und Nachkriegszeit noch
rentabel war, setzten die ÖBB ab den
70er Jahren den Rotstift an.
Investitionen wurden zurückgestellt,
Personal abgebaut und die Frequenz
reduziert. Seit die Bergstrecke zwischen
Lunz und Kienberg 1988 stillgelegt und
die Bahn zur Einweg-Linie degradiert
wurde, schwelt zwischen dem Land
Niederösterreich, Bund und den ÖBB ein
heftiger Streit über die Zukunft der
Teilstrecke Waidhofen – Lunz.
Davon, wie es früher einmal war, erzählt
der ehemalige Lunzer Fahrdienstleiter
Ernst Haigl. Vor 30 Jahren seien die
Züge noch voll gewesen. Dann kam das
"Zeitalter des Einschlafens. Heute
pendelt kein Mensch mit der
Ybbstalbahn", seufzt er.
Fahrdienstleiter gibt es in Lunz nun
keinen mehr. Niemanden, den man nach der
Abfahrtszeit der Garnitur fragen könnte.
Der Kassenschalter im Warteraum ist
geschlossen, einen Fahrkartenautomaten
gibt es nicht.
Dafür kämpft der Verein "Club 598" seit
Jahrzehnten um den Erhalt der
Ybbstalbahn. Obmann Siegfried Nykodem:
"Da die Strecke mit den ÖBB nicht zu
betreiben ist, fordern wir das Land
Niederösterreich auf, die Linie zu
retten." Es mangle allein am Willen der
Politiker. Das Land stecke jährlich eine
Million Euro in die Ybbstalbahn. "Wo ist
das Geld? Was ist investiert worden?",
fragt Nykodem. Von einer "unheiligen
Allianz" zwischen ÖBB und Land spricht
Peter Haibach von "probahn Österreich".
Es gebe keine Bemühungen, einen
Betreiber zu finden, sagt er. "Wir
hätten die Leute." Den Plan, den Verkehr
mit Bussen sicherzustellen, lehnen die
Bahnfreunde ebenso ab wie die Idee, auf
der Bahntrasse einen Radweg anzulegen.
Im Büro der Landesregierung in St.
Pölten beurteilt man die Situation
naturgemäß anders. Laut Verkehrsplaner
Friedrich Zibuschka würden jährlich
sogar sieben Millionen Euro – eine
Million Euro beträgt der Zuschuss des
Landes – in die Ybbstalbahn investiert.
Dem stünden Einnahmen in der Höhe von
250.000 Euro gegenüber. Grund genug
also, um auf ein Buskonzept zu setzen.
Laut Zibuschka würde die Sanierung 30
Millionen Euro kosten, "die Erweiterung
des Busnetzes hingegen gerade mal ein
Drittel".
Das die Ybbstal-Gemeinden keinen Protest
eingelegt haben, findet der
Verkehrsexperte nicht seltsam. Den
Vorwurf, dass sich das Land für diese
"Rückendeckung erkenntlich zeigen"
würde, weist Zibuschka zurück.
Finanzielle Zusagen gebe es nur für
Projekte, die mit der Einstellung der
Bahn im Zusammenhang stehen. "Das stimmt
nicht", sagt der Hollensteiner
SPÖ-Gemeinderat Eckehardt Buder und will
wissen, dass die freien ÖBB-Gründe an
die Gemeinden verschenkt werden sollen.
Nur vier Züge am Tag "Das ist Spekulation", sagt
wiederum ÖBB-Pressesprecher Christopher
Seif. "Ich weiß von dem Plan nichts."
Auch nichts darüber, wann die
Ybbstalbahn eingestellt werden könnte
(kolportiert wird Juni 2009). Es werde
mit Bund und Land verhandelt. Alles
hänge vom Erfolg des Buskonzepts des
Landes ab. Darüber hätte der
Mostviertler Regionalverband am Freitag
abstimmen sollen, jedoch wurde die
Sitzung nach Intervention der Opposition
im Landtag wegen "Unsicherheiten"
abgesagt.
Am Lunzer Bahnhof ist um 12:46 Uhr der
Triebwagenführer zu Fuß eingetroffen.
"Ich fahre immer etwas später ab",
entschuldigt er sich und zwängt sich in
den Führerstand. "Bei uns geht wegen der
Langsamfahrstellen und Stehzeiten alles
viel langsamer." Tatsächlich benötigt
der Zug für die elf Kilometer kurze
Strecke bis Göstling geschlagene 24
Minuten. Der Fahrkarte kostet 2,30 Euro.
Für den ÖBB-Bediensteten ist klar: Die
Bahn wird eingestellt. Darum gebe es
auch "einen Fahrplan, den kein Mensch
braucht."
In dieselbe Kerbe schlägt auch der
Bürgermeister von Lunz am See, Martin
Ploderer: "Wir haben viele Schüler, die
mit dem Zug pendeln." Seit aber die
Verbindung durch den neuen Fahrplan
schlechter geworden ist, setze er auf
den Bus. So habe man gemeinsam mit
anderen Gemeinden einen Schülerbus
organisiert. "Es kann ja nicht sein,
dass die Kinder zwei Stunden in die
Schule fahren", so Ploderer.
Im oberen Ybbstal ist der leere Zug mit
Verspätung in Göstling eingerollt. Nur
ein Mädchen steigt zu. Vielleicht war es
sie, die in dem Waggon diese Worte auf
einen Abfallbehälter gekritzelt hat:
"Wir werden zu dir stehen, egal was auch
passiert, denn du bist unser Leben." Ein
Bahnleben, das in den letzten Zügen
liegt.
Grüne verhinderten "Aus" für die
Ybbstalbahn Nach
Unterschriftenaktion der Grünen
Niederösterreich wurde Sitzung des
Regionalverbands Mostviertel abgesagt.
St.Pölten (OTS) - Morgen, Freitag
27. März 2009, sollte in der Sitzung
des Regionalverbands Mostviertel
über das Aus für die Ybbstalbahn
entschieden werden. Busse sollen die
Bahn ersetzen. Die Grünen
Niederösterreich initierten daher
heute im NÖ Landtag im Rahmen der
Landtagssitzung eine
Unterschriftenaktion für den Erhalt
der Ybbstalbahn, nachdem ihre
Forderung nach einer Aussetzung
dieser Sitzung bisher ungehört
blieb. Ergebnis der
Unterschriftenaktion im Sitzungsaal:
Alle anwesenden Abgeordneten der
Grünen, SPÖ und FPÖ haben sich mit
ihrer Unterschrift klar für die
Weiterführung der Ybbstalbahn
ausgesprochen, aber kein einziger
Abgeordneter der ÖVP
war dazu bereit - selbst die
regionalen Vertreter der ÖVP im NÖ
Landtag verweigerten ihre
Unterschrift.
Kurz nach der Aktion im Landtag
erreichte die Abgeordneten im
Landtag die Nachricht, dass die
Sitzung morgen ausgesetzt wird.
Offizieller Grund: "Wegen
Unsicherheiten." Ersatztermin gibt
es noch keinen. Für die Grünen NÖ
und die Initiativen, die für den
Erhalt der Bahn kämpfen, ein
erster Erfolg gegen den geplanten
ÖVP-Schlag gegen die - für sie
unliebsamen - Nebenbahnen.
Thomas Huber: "Wir werden nicht müde
für den Erhalt und die Weiterführung
der Ybbstalbahn zu kämpfen - jetzt
erst recht!"