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REGIONALBAHNEN sind wertvolle Kulturgüter
und sichern die Mobilität der Menschen
Aufruf an die
Kunst- und
Kulturschaffendes
des Landes NÖ
und deren
Sympathisanten
im In- und
Ausland |
Das Land Niederösterreich nimmt seinen Bürger/-innen die Zukunft und vernichtet dabei wertvolles Kulturgut: 27 von 28 übergebenen Regionalbahnen sollen zugesperrt werden
Sehr geehrte Damen und Herren!
Seit über zwei Jahren kämpft die überparteiliche Fahrgastvertretung
probahn ÖSTERREICH gemeinsam mit den Bürger/-innen-Initiativen um attraktive Mobilitätskonzepte in NÖ, die die Regionalbahnen und Busverkehre optimal verknüpfen.
Zähes Ringen um
Regionalbahnen
Im Jänner 2010 übernahm das Land Niederösterreich von der ÖBB 28 niederösterreichische Regionalbahnen. Diese Übernahme war mit dem Versprechen verbunden, die Linien zu modernisieren und attraktivieren. Von Einstellen, Zusperren, Ersatz durch Busse und Umwandlung in Radwege war damals keine Rede. Entsprechende Befürchtungen wurden sogar ausführlich dementiert (siehe auch:
http://oesterreich.orf.at/noe/stories/419763).
Landeshauptmann
Erwin Pröll
bricht Zusagen
Derzeit geschieht leider das genaue Gegenteil. Das Land NÖ schickt sich an, trotz eines Bundeszuschusses von ca. 170 Mio. Euro 27 der 28 Bahnstrecken zuzusperren, die Bahn-Immobilien zu vermarkten und bestenfalls den einen oder anderen Radweg statt der Bahnstrecke zu errichten, so im Ybbstal, im Thaytal, in der Wachau, – und das, obwohl Landeshauptmann Erwin Pröll etwa bei der Ybbstalbahn noch vor zwei Jahren deren Bedeutung für den Tourismus hervorgehoben hat. Was die Thayatalbahn betrifft, liegen mehrmalige schriftliche und und mündliche Zusagen von Seiten des Landes vor, die Strecke zu revitalisieren und den seit 1945 unterbrochene Schienenanschluss an das tschechische Netz bei Slavonice zu schließen (siehe auch:
www.thayatalbahn.at)
Kürzlich wurden
die Tschechen
vom
Abwrackungsbeschluss
des Landes
informiert und
total
brüskiert. Sie
selber haben
ihren Teil der
Strecke gerade
modernisiert.
Bürger/-innen-Initiativen wollen Bahnen übernehmen, werden aber vom Land brüskiert, Bund und Land NÖ brechen EU-Recht
Vor Einstellung von Bahnstrecken ist eine internationale Interessentensuche Pflicht, in der festgestellt werden muss, ob es andere Bahnbetreiber gibt, die den Bahnverkehr durchführen wollen. Das ist in NÖ nicht geschehen.
Im Ybbstal haben
die
Bürger/-innen
eine
Ybbstal-Entwicklungsgenossenschaft
gegründet,
welche die Bahn
übernehmen und
durch die
Bayerische
Oberlandbahn
(BOB) betreiben
will. Ein
entsprechendes
Angebot wurde
dem Land
übermittelt,
Verhandlungen
wurden aber
seitens des
Landes
abgelehnt.
Das Land NÖ
verfügt über
kein
Eisenbahn-Know-How.
Das Land NÖ, schlecht beraten durch Fachbeamte mit wenig Eisenbahn-Know-How, sehen die Zukunft in NÖ ausschließlich im Busverkehr, zumeist nur von Montag bis Freitag. Seit Jahren propagiert die Politik die „Verlagerung des Schwerverkehrs von der Straße auf die Schiene“ In Niederösterreich geschieht das genaue Gegenteil: Während hunderte Millionen von Euro in den Bau von neuen Autobahnen und Schnellstraßen investiert werden, erscheinen die vergleichsmäßig geringen notwendigen Summen für die Attraktivierung der Regionalbahnen als zu teuer. Dabei läge es etwa im Bereich der Thaytalbahn nahe, die rasant zunehmenden Holztransporte aus Tschechien zu den Sägewerken des Waldviertels auf die Bahn zu verlagern.
Derzeit werden die Bürgermeister entlang von Bahnstrecken auf den Bahnabbau eingestimmt und zwar mit Versprechungen, Bahngründe für ihre Gemeinden erwerben zu können bzw. Umfahrungen finanziert zu bekommen (Ybbstal).
Das Land betrachtet die 170 Mio. Euro als „Körbelgeld“ fürs Budget und scheint nicht bereit zu sein, dies zweckgebunden für die Regionalbahnen zu verwenden.
Hilferuf an die
Kulturschaffenden
des Landes
Wir appellieren an Sie, die Bürger/-innen-Initiativen zu unterstützen, indem Sie sich persönlich für den Erhalt und die Attraktivierung der Regionalbahnen einsetzen und Ihre Reputation in die Waagschale werfen. Sie wissen selbst am besten, welche Wege Sie dabei gehen. Jedenfalls wäre eine klare Aussage von Ihnen, die wir auf die Homepage von probahn stellen, hilfreich.
Vor allem wäre es uns ein Anliegen, dass Sie dies auch gegenüber Landeshauptmann Erwin Pröll und den Migliedern der Landesregierung tun. Der Landeshauptmann verweigert seit zwei Jahren einen Dialog darüber und erlaubt dem „Mann fürs Grobe“, Verkehrslandesrat Johann Heuras, jedweden Rundumschlag, wie z.B. Bürger/-innen als unwissend darzustellen, die überparteiliche Fahrgastvertretung probahn als SPÖ-Initiative zu bezeichnen und mit Großplakaten kundzutun, die SPÖ und ÖBB seien schuld am Zusperren der Bahnen.
Die beteiligten Initiativen verstehen sich nicht als sog. „Bahnfreaks“, sondern bestehen aus Menschen, denen die Entwicklung ihrer Region ein echtes Anliegen ist und die durch den Bahn-Kahlschlag eine weitere Landflucht sowie die Umwandlung in Schauplätze des Strassentransits befürchten. Die Bürger/-innen-Initiativen vor Ort haben schlüssige Bahn-Bus-Konzepte erarbeitet und wissen genau, was sie wollen. Das Land will es aber gar nicht wissen.
Bahn-Initiativen
Niederösterreich
sowie
unterstützende
Initiativen
(siehe
Organisationen)
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